Einige der „Osmanen“ arbeiteten für den Kreis Lörrach. Foto: dpa

Der baden-württembergische Landkreistag findet, dass der Landkreis Lörrach nichts falsch gemacht habe. Dass Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung „Osmanen Germania“ Flüchtlingsheime bewachte, sei ein „Einzelfall“.

Stuttgart/Lörrach - Nach dem bekannt gewordenen Einsatz der Straßengang „Osmanen Germania“ in Flüchtlingsheimen in Südbaden erhält der betroffene Landkreis Lörrach Rückendeckung vom Landkreistag. Dem Kreis könnten keine Versäumnisse vorgeworfen werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg, Alexis von Komorowski.

Er habe die Verträge zur Bewachung der Heime korrekt formuliert und abgeschlossen. Zudem habe er sofort reagiert, als Verstöße bekannt wurden. Es handele sich um einen Einzelfall. Der Kreis Lörrach habe alles richtig gemacht.

Osmanen bewachten Flüchtlingsheime

Im Landkreis Lörrach waren Dutzende von „Osmanen“ als Wachmänner tätig und bekamen über Umwege staatliches Geld. Der Kreis hatte einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ am Wochenende bestätigt.

Nach Angaben des Kreises erhielten die Angehörigen der türkisch-nationalistischen Straßengang „Osmanen Germania“ die Aufträge ohne das Wissen des Landkreises offenbar von einem Sub-Subunternehmer. Von dem Einsatz zwischen Ende 2015 und Ende 2016 habe man erst im März 2017 erfahren.

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