Ein heftiges Unwetter hat am Sonntag im Kreis Ludwigsburg in kurzer Zeit zu 77 Einsätzen der Feuerwehren geführt. Der Neckar ist voll – doch das Landratsamt gibt vorerst Entwarnung.
Alle Hände voll zu tun hatten Feuerwehren im Landkreis Ludwigsburg während eines schweren Unwetters am Sonntag von etwa 20 bis 23.30 Uhr. Es kam zu 77 Einsätzen – der Schwerpunkt lag im Gebiet Ditzingen, Korntal-Münchingen und Ludwigsburg.
Heftige Regenfälle und Windböen verursachten Schäden, zahlreiche Keller liefen voll. Das Wasser stand in vielen Untergeschossen über einen halben Meter hoch, berichtet die Feuerwehr. Kreisweit kam es 71-mal zu Wasserschäden, sechsmal war heftiger Wind die Ursache, berichtet die Pressestelle des Landratsamtes.
Allein die Ditzinger Feuerwehr fuhr zu 27 Einsatzstellen. In der Stadt waren 60 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Außer den überfluteten Kellern beschäftigten umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste die Wehr. Mehrere Straßen wurden blockiert, unter anderem beseitigte die Wehr einen Baum am Ortsausgang Richtung Höfingen binnen 20 Minuten. Bis Mitternacht waren an die 50 Kräfte im Einsatz.
Die Gewitterzelle suchte auch das Kornwestheimer Weinfest heim. Das Festzelt des Sportvereins wurde zerstört. Der Schaden liege bei 9000 Euro, hieß es von Seiten des Vereins.
Hochwasser wird bis 6. August nicht erwartet
Der Neckar schwoll wie andere Flüsse an, dennoch gebe es derzeit keine überregionale Hochwassergefahr, teilte das Landratsamt Ludwigsburg am Montagvormittag mit. Auch laut der aktuellen Pegelprognosen für Murr, Rems, Glems und Neckar werde bis etwa 6. August kein Hochwasser erwartet.
Punktuell könne Starkregen aber auch künftig lokale Überschwemmungen verursachen. Für Montag hatte der Deutsche Wetterdienst nur 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter vorhergesagt. Das entspreche der Warnstufe 2 von 4 und werde als „markantes Wetter“ bezeichnet. Größere Starkregenfälle würden nicht prognostiziert.
Temperatur des Mittelmeers spielt große Rolle
Starkregen könne immer wieder lokal sehr begrenzt auftreten, erklärt Yannick Garbe, Hobby-Meteorologe und Wetter-Kolumnist dieser Zeitung. „Für uns spielt die Temperatur des Mittelmeers eine immer größere Rolle“, sagt Garbe.
Gerade vom Mittelmeer aus werde bei hohen Wassertemperaturen sehr viel Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgegeben, so Garbe. Das könne bei gewissen Wetterlagen im Alpenraum „aber auch bei uns in Süddeutschland“ für sehr hohe Regenmengen sorgen.