Ob zum Golfen, Fußball oder Tennis spielen: Ohne Beregnung wäre ein Betrieb der Plätze nicht möglich. Das allerdings ist bei der aktuellen Trockenheit eine echte Herausforderung
Die fortwährende Trockenheit macht nicht nur Landwirten oder Kleingärtnern zu schaffen – sie stellt auch Sportvereine vor große Herausforderungen. In einer Wüste lässt es sich schlecht kicken und im Staub spielt es sich schlecht Golf oder Tennis. „Wir warten natürlich dringend auf Regen“, sagt etwa Jens Köpf, der Chef-Greenkeeper des Golfclubs Hohenstaufen in Donzdorf.
60 Hektar umfasst das Gelände des Golfclubs, doch bei Weitem nicht alles muss beregnet werden – nur etwas mehr als die Fläche eines Fußballfelds, erläutert Köpf: „Von unseren 60 Hektar wird nur ein Hektar bewässert“, konkret bekommen nur die Greens Wasser, also der jeweilige Bereich rund um die 18 Löcher. „Es gibt aber Golfclubs, die es sich leisten können und 15 bis 20 Hektar bewässern“, sagt Köpf. Dort werde dann das komplette Fairway, also alle Spielbahnen, mit Wasser versorgt.
Andere Plätze auf der Alb sehen schon aus „wie eine Wüste“
Täglich wässern ist laut Köpf aber auch nicht gut für den Rasen, nur rund 25 Prozent Wasser sollten die Poren der oberen Bodenschicht enthalten. „Zu viel Wasser bringt da auch nichts.“ Um Ressourcen zu sparen, nutze der Verein ein Feuchtigkeitsmessgerät – das eigentliche Bewässern geschehe dann weitgehend automatisch. Das Wasser wird aus den künstlichen Teichen und einem eigenen Wasserreservoir entnommen. Ohnehin stehe der Donzdorfer Verein gut da: „Durch unsere Düngemaßnahmen haben wir das recht gut im Griff.“ Zudem seien die Böden in Donzdorf lehmig, „die halten das Wasser länger“. Ein großer Vorteil gegenüber karstigen Böden: „Andere Plätze auf der Alb sehen schon aus wie eine Wüste.“
Mit teilweisem Bewässern ist es auf Fußballplätzen wie dem Eislinger Eichenbachstadion nicht getan. „Einen guten Rasenplatz muss man schon regelmäßig wässern“, sagt der Vorsitzende des FC Eislingen, Rainer Interwies. Sonst werde der Platz sehr hart und schlecht zu bespielen. Bewässert wird mit mobilen Sprinkleranlagen, berichtet die Pressesprecherin der Stadt Eislingen, Linda Borlinghaus. Wasser für den Rasen in dem städtischen Stadion gibt es je nach Bedarf. Als monatlichen Verbrauch nennt Borlinghaus die Menge, die ein Vier-Personen-Haushalt benötigt. Und: „Es wird ausschließlich Frischwasser verwendet. Es wäre unzulässig, aus öffentlichen Gewässern Wasser zu entnehmen.“ „Die derzeitige Hitzewelle schadet dem Rasen“, meint der stellvertretende Vorsitzende des Göppinger Sportvereins, Karl Vaihinger. „Man kann aber aufgrund der bestehenden Wasserknappheit den Rasen auch nicht ohne Maß und Ziel besprengen.“
Zisterne muss mit Frischwasser befüllt werden
Das Stadion an der Hohenstaufenstraße gehört zwar der Stadt Göppingen, um die Rasenpflege kümmert sich aber der Verein. „Wir haben eine Beregnungsanlage“, sagt Vaihinger. So könne die Wassermenge exakt eingestellt und reguliert werden. „Die Beregnungsanlage des Dr.-Heinrich-Zeller-Stadions wird über eine Zisterne gespeist. Aktuell muss diese Zisterne jedoch mit Frischwasser gefüllt werden, um beregnen zu können“, informiert die Rathaussprecherin Jeannette Pachwald.
Bezahlen muss das der Sportverein. „Da muss man schon aus Kostengründen sparsam mit umgehen“, sagt Vaihinger. Vor der Saison wurde das Spielfeld saniert, jetzt zum Saisonauftakt ist der Rasen trotz des Wetters laut Vaihinger in einem guten Zustand.
Auch wenn Tennis meist auf Sandplätzen gespielt wird – Wasser wird auch hier benötigt. „Das ist nicht nur wegen des Staubs“, erklärt eine Mitarbeiterin des Tennisclubs Göppingen. „Wenn es zu trocken ist, wird der Platz zu weich – das ist dann wie im Sandkasten.“ Deshalb werden die roten Spielfelder regelmäßig beregnet, in Göppingen geschieht dies mit Leitungswasser. Wie viel Wasser in diesem Sommer gebraucht wird, sei noch nicht absehbar: „Das sehen wir dann an der Abrechnung.“
Wasserentnahme zurzeit verboten
Situation
Derzeit ist durch eine Allgemeinverfügung des Landratsamts die Entnahme von Wasser aus Gewässern verboten. Das hat auch Auswirkungen auf den Sport. So habe etwa die Gemeinde Deggingen zur Beregnung der Anlagen am Sportplatz Mühlbach eine spezielle Erlaubnis zur Wasserentnahme aus dem Bach. „Solche Entnahmerechte enthalten aber in der Regel Nebenbestimmungen zum Verhalten in Niedrigwassersituationen.“ Die Folge: Beim aktuell niedrigen Stand darf nun „auch beim Vorhandensein einer wasserrechtlichen Erlaubnis kein Wasser mehr entnommen werden“.
Genehmigung
Eine weitere Erlaubnis sei 2017 der Turngemeinde Geislingen 1846 für die Entnahme von Wasser aus einem verdolten Kanal in Eybach erteilt worden. Doch nun sei die Wasserentnahme aus der Eyb verboten, der Verein dürfe es nicht mehr zum Bewässern nutzen.