Brände, zerstörte Autos, Verletzte und Tote: Eine ganze Reihe von Kriminalfällen im Landkreis Göppingen aus jüngster Zeit ist weiterhin ungelöst. Eine Übersicht über den Stand der Ermittlungen.
Kreis Göppingen - Eine Schießerei auf offener Straße in der Göppinger Nordstadt. Brände, bei denen die Ursache noch nicht klar ist, hinter denen vermutlich ein Feuerteufel steckt. Dutzende zerstörte Autos in Manzen – eine Tat, auf die sich die Polizei nicht so recht einen Reim machen kann. Derzeit gibt es eine ganze Reihe an Fällen, die der Polizei Rätsel aufgeben.
Besonderes nach der Schießerei in Göppingen fragen sich viele Menschen, ob man sich in einer Kleinstadt wie Göppingen noch sicher fühlen kann. Die Tat ereignete sich am Abend des 29. Mai: Ein 23-jähriger Mann wurde auf offener Straße durch eine Kugel getroffen und schwer verletzt. Mehrere Schüsse sollen aus einem Auto heraus auf der Schillerstraße auf das Opfer abgefeuert worden sein. Vermutlich stecken dahinter rivalisierende Banden, die sich schon seit Jahren bekriegen. Die Spur der Ermittler führt offenbar ins Rauschgiftmilieu, die Verdächtigen sind der Polizei nach Informationen unserer Zeitung bekannt. Die Polizei will dies allerdings nicht bestätigen. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ulm. Nur so viel: „Ob und inwieweit Auseinandersetzungen von rivalisierenden Gruppierungen mitursächlich für die Tat waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger von der Staatsanwaltschaft Ulm.
Rätselhafte Zerstörungswut im Göppinger Stadtteil Manzen
Ein weiterer ungelöster Fall ist der Tod eines Ehepaars: Ein Mann hat am 23. April seine toten Eltern in einer Wohnung in Uhingen entdeckt. Laut Polizei deuteten die ersten Erkenntnisse auf ein Familiendrama hin. Der Sohn hatte seine Eltern, die 78 und 69 Jahre alt waren, besuchen wollen. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden feststellen. „Wir haben Hinweise auf eine Familientragödie und würden uns im Moment aus Respekt vor der Familie mit Informationen zurückhalten“, sagt die Pressesprecherin des Ulmer Polizeipräsidiums zu dem Fall. Ein Fremdverschulden sei allerdings so gut wie ausgeschlossen.
Lesen Sie hier aus unserem Plusangebot: Stände-Brände im Rems-Murr-Kreis gehen wieder los
Rätselhaft bleibt auch die Zerstörungswut in Manzen: In der Nacht auf Pfingstmontag beschädigten Unbekannte in dem Göppinger Stadtteil 56 Autos. Die Tatorte verteilten sich auf das gesamte Gebiet des Ortes. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 100 000 Euro. Die Polizei tappt noch völlig im Dunkeln.
Mehrere ungelöste Fälle von Brandstiftung
Dazu kommt der Brand in einer Tiefgarage: Am Sonntagmorgen des 28. Februar gerieten fünf Autos in der Tiefgarage der Dr.-Pfeiffer-Straße im Göppinger Stadtteil Bergfeld in Brand, vier weitere Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Die Polizei schätzte den Schaden auf rund 800 000 Euro, verletzt wurde niemand. „Bisher haben wir keine Erkenntnisse zu einem technischen Defekt, weshalb wir von Brandstiftung ausgehen müssen“, sagt die Polizeisprecherin.
Nur drei Tage nach dem Tiefgaragenbrand ging am Mittwoch, 3. März, eine Scheune am Ortsrand von Jebenhausen in der Tintenbachstraße in Flammen auf und brannte komplett aus. Verletzte gab es bei dem Brand nicht. Der vorläufige Schaden wurde auf 100 000 Euro geschätzt. Nach Angaben des Göppinger Feuerwehrkommandanten Karlheinz Widmeyer gab es keinen Strom in der Scheune, und es standen keine motorisierten Maschinen dort. Auch in diesem Fall geht die Polizei von Brandstiftung aus.
Dann ereignete sich am 15. April ein Brand in einem Eislinger Wohngebiet in der Ulmer Straße. Er löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Das Feuer war in einem Schuppen hinter einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen und auf das Haus übergegangen, aus dem die Feuerwehr drei Menschen rettete. Das Mehrfamilienhaus wurde stark beschädigt. Die Polizei hat in diesem Fall allerdings keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung.
Mysteriöser Marsch
Rätsel gibt der Polizei nicht zuletzt ein Aufmarsch in Göppingen auf:
Am Abend des 19. Juni gegen 21 Uhr liefen mehrere Dutzend schwarz gekleideter Menschen durch die Innenstadt und sorgten für viel Aufsehen. Die Zahl der Demonstranten habe sich „im hohen zweistelligen Bereich“ bewegt, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ulm. Die Menschen sind nach Angaben der Polizei kontrolliert worden. Man habe die Personalien der Teilnehmer erhoben, hieß es. Was hinter dieser Demonstration steckte, ist dennoch nach Angaben der Ermittler weiterhin unklar: „Wir haben in dieser Sache noch keine neuen Erkenntnisse“, sagte die Pressesprecherin.