Die Müllabfuhr wird teurer. Foto: Archiv/SRC

Der Landkreis Böblingen hebt die Müllgebühren leicht an. Die geplante CO2-Bepreisung ab 2024 könnte aber zu einer deutlichen Verteuerung führen.

Im kommenden Jahr steigt die Grundgebühr für die Müllabholung im Kreis Böblingen moderat von 75,36 auf 77,16 Euro. Die Einzelleerung eine 120-Liter-Mülltone kostet zudem nicht mehr 6,28 Euro, sondern dann 6,50 Euro. Die Jahresleerungsgebühr beim Biomüll wird dagegen nicht erhöht. Legt man bei einer Musterfamilie (zwei Erwachsene, zwei Kinder) die Grundgebühr samt neun Leerungen der 120-Liter-Restmülltonne sowie die Jahresgebühr der Biotonne zugrunde, erhöht sich laut Landratsamt die Abfallgebühr von bislang 192,48 Euro auf 196,26 Euro im Jahr 2023, also um knapp 3,80 Euro.

 

Nach wie vor kein Gelber Sack

Für die hiesige Müllabfuhr ist der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises zuständig. Zwar gibt es nach wie vor keinen Gelben Sack, weil das Landratsamt die Wertstoffe viel besser sortiert sieht, wenn die Bürgerinnen und Bürger zu den Wertstoffhöfen kommen. Doch wird mittlerweile auch eine Wertstofftonne angeboten, Restmüll- und Biotonne sowieso.

Nun steht eine Preiserhöhung bevor, die allerdings überschaubar ausfällt. Gleichzeitig macht sich der Kreis Sorgen, dass die Gebühren vom Jahr 2024 an deutlich steigen könnten. Dann werden per Bundesgesetz auch Abgaben für CO2-Emissionen fällig, die bei der Abfallverbrennung anfallen, wie sie im Böblinger Restmüllheizkraftwerk intensiv betrieben wird. „Wir haben protestiert und immerhin ein Jahr Aufschub erwirkt“, berichtete Landrat Roland Bernhard in der Kreistagssitzung am Montag. Dennoch seien ab 2024 dadurch deutliche Mehrkosten zu befürchten, die sich auf die Müllgebühren auswirken könnten. Die Auswirkungen seien im Detail derzeit aber noch nicht absehbar. „Wir sind in Gesprächen mit dem Restmüllheizkraftwerk, auf technologische Weise den CO2-Ausstoß möglichst noch weiter zu verringern“, sagte Bernhard – Ausgang offen.