Das Landgericht Stuttgart hat einen Kita-Mitarbeiter des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gesprochen. Foto: dpa

Das Landgericht Stuttgart hat einen 21-jährigen ehemaligen Azubi einer Kindertagesstätte in Schwieberdingen zu fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mann hatte sich an Kleinkindern vergangen.

Stuttgart - Das Landgericht Stuttgart hat einen ehemaligen Auszubildenden einer privaten Kindertagesstätte in Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) zu fünfeinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der 21-Jährige hatte gestanden, sich an ihm anvertrauten Kleinkindern im Alter zwischen einem und drei Jahren vergangen zu haben. Offenbar hat er den Missbrauch zum Teil auch gefilmt. Auf seinem Computer hat die Polizei etliche Kinderpornos sichergestellt. Die Staatsanwältin hatte sieben Jahre beantragt. „In Anbetracht der Gesamtumstände ist das Urteil nachvollziehbar“, sagt Verteidiger Michael Lepp. Er hatte vier Jahre für angemessen erachtet.

Über den Verlauf der Hauptverhandlung vor der 4. Strafkammer ist nichts bekannt. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zwar sei das Interesse der Öffentlichkeit groß, so Vorsitzende Richterin Cornelie Eßlinger-Graf, aber der Schutz der Opfer und des heranwachsenden Angeklagten überwiege.

Der Angeklagte ist Autist

Der Missbrauchsfall war im April dieses Jahres bekannt geworden. Zuerst war von 16 Opfern die Rede. Angeklagt wurde der Mann dann wegen des sexuellen Missbrauchs von sieben Kindern in der Zeit von März 2016 bis März 2018. Der Mann hatte in der Kita zunächst ein Praktikum gemacht. 2016 begann er in der Einrichtung eine Ausbildung zum Erzieher. Vor Gericht sagte er, er habe inzwischen bei einem Berufskolleg eine Ausbildung zum Elektroniker begonnen.

Der 21-Jährige leidet an einer milden Form von Autismus, am sogenannten Asperger-Syndrom. Das macht es ihm offenbar so gut wie unmöglich, sich in der Öffentlichkeit zu äußern. Auch deshalb fand der Prozess hinter verschlossenen Türen statt. Der 21-Jährige hatte bereits bei der Polizei ein Geständnis abgelegt.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen die ehemalige Leiterin der privaten Kindertagesstätte wegen Beihilfe durch Unterlassen ermittelt. Diese Ermittlungen waren jedoch eingestellt worden. Inzwischen gibt es einen neuen Betreiber. Aktuell werden 75 Kinder bis drei Jahre betreut.

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