Nachbarn legen am Tag nach dem Mord am Tatort Blumen für das Opfer nieder. Foto: Andreas Rosar (Archiv)

Der Fasanenhofmord hat im vergangenen Sommer aufgrund seiner Brutalität viel Aufsehen erregt. Nun werden die Details der Tat das Stuttgarter Landgericht beschäftigen: Vom 20. März an muss sich dort der Beschuldigte verantworten.

Stuttgart - Das Verfahren gegen den Beschuldigten, der im vergangenen Sommer einen Mann auf offener Straße im Stadtteil Fasanenhof erstochen hat, beginnt im März: Das Landgericht Stuttgart hat die Anklage der Staatsanwaltschaft dieser Tage in vollem Umfang zugelassen. Demnach muss sich der Mann, der einen 36-Jährigen mit einem Schwert regelrecht niedermetzelte, wegen Mordes vom 20. März an vor der 9. Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts verantworten.

Der Mann, ein zur Tatzeit 30 Jahre alter Jordanier, hatte früher mit dem Opfer in einer Wohngemeinschaft gelebt. Er war zum Zeitpunkt der Tat aber schon wieder ausgezogen gewesen. Am Abend des 31. Juli 2019 passte er den 36-jährigen ehemaligen Mitbewohner, der weiterhin in der einst gemeinsamen Wohnung lebte, vor der Haustür an der Fasanenhofstraße ab. Der 36-Jährige war gerade mit seinem Kind nach Hause angekommen.

Ein psychiatrischer Gutachter ist eingeschaltet

Zu den Motiven haben die Staatsanwaltschaft und das Landgericht bislang noch keine Details verraten. Nur so viel: Der Grund für den Angriff soll „am ehesten im persönlichen Bereich“ liegen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft bei der Anklageerhebung. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll ein Gutachten über den Angeklagten erstellen. Für das Verfahren sind vom 20. März an zunächst zehn Verhandlungstermine angesetzt.

Der Fall erregte aus zwei Gründen viel Aufsehen: Zum einen, weil der Täter auf offener Straße ohne Angst vor Zeugen das Opfer tötete. Zum anderen, weil direkt nach der Tat zahlreiche Videos im Netz kursierten, welche die Bluttat in allen schauerlichen Details festhielten. Der Täter war im Jahr 2015 als angeblich syrischer Flüchtling nach Deutschland gekommen. Tatsächlich stammt er jedoch aus Jordanien.

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