Der FKK-Club „Paradise“ Foto: 7aktuell.de/Eyb

Der Marketingchef des Großbordells „Paradise“ hat vor dem Landgericht Stuttgart ein Geständnis abgelegt. Er empfindet sich demnach nicht als Täter.

Stuttgart - Im Prozess um den FKK-Club „Paradise“ hat am Freitag der Marketingchef des Großbordells ein Geständnis abgelegt. Der Anwalt des 52-Jährigen räumte in einer kurzen Erklärung für seinen Mandanten die Vorwürfe ein. Der Angeklagte empfinde sich nicht als Täter. Er habe wenig Kontakt mit den Prostituierten gehabt. Trotz abstraktem Wissens habe er nicht genauer hingeschaut und es somit ermöglicht, dass die Frauen Opfer von Straftaten worden, sagte der Anwalt vor dem Stuttgarter Landgericht.

Hauptangeklagter ist der nun 65 Jahre alte ehemalige Bordellchef. Ihm wird unter anderem die Förderung von schwerem Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Beihilfe zur Zuhälterei und Betrug vorgeworfen. Sein Geständnis war für den Nachmittag geplant.

Großbetriebe auch in Frankfurt, Saarbrücken und Graz

Der Mann sitzt seit September 2017 in Untersuchungshaft. 2008 hatte er sein erstes Rotlichthaus namens „Paradise“ bei Stuttgart eröffnet. Es kamen Großbetriebe in Frankfurt, Saarbrücken und Graz hinzu. Mitangeklagt ist ferner ein steuerlicher Berater, der ebenfalls die Vorwürfe einräumte. Er habe die wirtschaftliche Situation zu günstig dargestellt.

Vor den Einlassungen war es zu einer Verständigung zwischen Strafkammer und Verteidigung gekommen. Bei einem qualifiziertem Geständnis droht dem 65-Jährigen eine Haftstrafe zwischen vier Jahren und neun Monaten und fünf Jahren und drei Monaten. Der 52-Jährige müsste demnach zwischen drei und dreieinhalb Jahren in Haft. Ende Dezember 2018 war bereits der frühere Geschäftsführer des Bordells in einem abgetrennten Verfahren zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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