Der Schülerbeirat rechnet mit der Bildungspolitik ab. Foto: dpa/Axel Heimken

Mehrere Organisationen fordern gemeinsam eine Enquete-Kommission Bildung im Land einzusetzen.

Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres ist dem Landesschülerbeirat ein beachtlicher Schulterschluss gelungen. Zusammen mit fünf anderen in der Bildungsarbeit beschäftigten Organisationen wie Lehrer- und Elternverbänden sowie Gewerkschaften fordern sie den Landtag dazu auf, eine Enquete-Kommission Bildung ins Leben zu rufen. Die Schüler monieren zahlreiche Baustellen und von der Politik Entscheidungen, „die oft nicht zu Ende gedacht“ seien, so Joshua Meisel, der Vorsitzende des Gremiums.

 

Chancengleichheit als großes Problem

In einem „offenen Brief an die Bildungspolitik“ hat der Beirat schon zuvor dargelegt, wo überall Handlungsbedarf besteht. Ein Kernproblem: die fehlende Chancengleichheit. 79 Prozent der Akademikerkinder würden nach der Schule studieren, bei den Kindern der Nicht-Studierten liege der Anteil bei 29 Prozent. Im Europäischen Vergleich sei Deutschland mit diesen Zahlen weit von einem Spitzenplatz entfernt. Zu viele unbesetzte Lehrerstellen und fehlende Akzeptanz beim Thema mentale Gesundheit werden ebenfalls angeprangert. Eine Studie bescheinige bis zu 20 Prozent der Schüler psychische Probleme, sagt Joana Störer da Costa, „das ist nach Corona nicht weniger geworden“.

Lob für die Rückkehr zu G9 an Gymnasien

Lob gibt es von den Schülervertretern für die frühkindliche Sprachförderung und die Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium. Beides seien echte Chancen für bessere Bildung. Positiv gesehen werden auch das neue Fach Medienbildung und der Versuch, die Demokratiebildung zu stärken. Das geschehe aber leider nicht in der Praxis. Den Schülern selbst werde kaum Mitbestimmung gewährt.