Plattenhardts Abteilungsleiter Sascha Krammer bleibt zuversichtlich. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der Abteilungsleiter Sascha Krammer äußerst sich zur prekären Situation des TSV Plattenhardt in der Fußball-Landesliga.

Der TSV Plattenhardt wollte sich nach dem Aufstieg Stück für Stück in der Fußball-Landesliga etablieren. Nun steht das Team vom Weilerhau auf einem Abstiegsplatz. Dennoch ist die „Stimmung gut und positiv“, sagt der Abteilungsleiter Sascha Krammer.

 

Herr Krammer, was stimmt Sie zuversichtlich, dass der TSV Plattenhardt in der Landesliga bleibt?

Wir wissen, dass es schwer wird, und gehen natürlich nicht von 100 Prozent aus, dass es klappen wird. Zumal wir aus den noch ausstehenden sieben Partien vier Siege brauchen. Bislang sind uns nur sieben aus 23 Begegnungen geglückt. Doch wir können es noch packen, weil wir in jedem Spiel dran sind, beispielsweise gegen Maichingen, Bad Boll und Neuhausen mehr Chancen als der Gegner hatten, nur eben nicht getroffen und neun Punkte liegengelassen haben. Das Toreschießen ist unser großes Problem.

Dabei ist die Mannschaft mit geballter Torgewalt aufgestiegen. Aristidis Perhanidis, Ekrem Servi und der aus Vaihingen gekommene Fabijan Krpan brachten es zusammen auf 98 Tore. Nun hat das Trio insgesamt 18, das Team gerade mal 25 Tore erzielt. Nur Schlusslicht Sontheim ist harmloser. Woran liegt’s?

Perhanidis kommt zu wenig in den Bereich, wo er gefährlich ist, 14 bis 18 Meter vor dem Tor. Man merkt die höhere Qualität der Verteidiger, die ihn vom Tor weghalten. Servi ist seit Wochen angeschlagen; ihn plagt eine Schambeinentzündung, und man merkt ihm an, dass er aufgrund der Schmerzen Angst zum Schießen hat. Und Krpan musste sich erst an die Liga gewöhnen, kam immer besser in Schuss, hat aber nun einen Nierenriss erlitten, musste operiert werden und fällt voraussichtlich die Saison vollends aus. Außerdem war unser Spielsystem in der Vorrunde defensiver ausgerichtet, sodass meist nur einer der drei im Sturm aufgeboten wurde.

Nachdem im Winter der Trainer Slobodan Markovic überraschend seinen Abschied bekannt gab, wurde Pierre Eiberger vom Co- zum spielenden Chef befördert. Seine Bilanz ist ernüchternd: sieben Spiele, vier Punkte. War es ein Fehler, ihn zu befördern?

Auf gar, gar keinen Fall. Das war mit Abstand die beste Entscheidung, die wir in den letzten Jahren getroffen haben. Wir als Verantwortliche sind hoch zufrieden mit Pierre und haben damals auch nicht ohne Grund mit ihm einen Vertrag bis mindestens 30. Juni 2028 vereinbart. Und auch die Mannschaft ist es. 18 Zusagen für die kommende Runde, egal wie die Liga auch heißen mag, sprechen eine klare Sprache. Nur Perhanidis nach Fellbach, Kristian Grbic und Nemanja Markovic beide zu unserem Ex-Trainer Slobodan Markovic nach Böblingen und voraussichtlich Servi nach Bernhausen werden gehen. Außerdem will Kevin Rippler kürzer treten oder ganz aufhören.

Für Sie als Abteilungschef ist die Situation auch nicht einfach, sie müssen zweigleisig planen.

Ganz im Gegenteil, es ist völlig entspannt, weil, wie gesagt, ja schon 18 Jungs zugesagt haben. Wir haben gar keinen Stress, haben eine intakte Mannschaft.

Sollte es runter gehen, lautet der Plan dann sofortiger Wiederaufstieg?

Genau, das ist das Interesse des Vereins und der Mannschaft. Letztere will einen möglichen Betriebsunfall wieder ausmerzen.

Am Sonntag empfängt der TSV Plattenhardt im Weilerhau den TSV Ehningen, der sich noch Chancen auf den Titel ausrechnet. Ihr Tipp?

Wir gewinnen 2:0. Ehningen hat mehr Druck, weil von denen jeder einen Sieg erwartet. Das wollen wir nutzen.