Im Fall von Onur Aycil haben sich die Echterdinger Befürchtungen bewahrheitet: Der Offensivmann fällt langfristig aus. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der SV Bonlanden und der TV Echterdingen stehen am 22. Spieltag vor besonderen Aufgaben.

Filder - Blaustein und Neu-Ulm also, zwei Gegner aus der Abstiegszone. Nichts Besonderes, sollte man meinen. Doch so kann man irren. Für die beiden Fußball-Landesligisten von den Fildern haben gerade diese Aufgaben eine besondere Bedeutung. Während es für den SV Bonlanden am aktuellen Spieltag um die Revanche für einen Tiefpunkt dieser Saison geht, könnte sich für den TV Echterdingen der gesamte Verlauf der weiteren Runde weisen. Zuvor haben die Gelb-Schwarzen allerdings eine personelle Hiobsbotschaft zu verdauen.

TSV Blaustein – SV Bonlanden

Acht Siege, fünf Unentschieden, null Niederlagen. Das sind die Eckdaten des seit Mitte Oktober währenden Bonlandener Laufs. Da könnte man fast vergessen, dass es in dieser Saison für den Aufsteiger auch schon eine weitaus weniger glanzvolle Phase gegeben hat. Erinnert sich noch jemand an Blaustein und an Bad Boll? Bei den Beteiligten an der Humboldtstraße schon – insbesondere jetzt. Denn an den beiden anstehenden Wochenenden kommt es zum Wiedersehen mit den Tiefpunkt-Gegnern dieses insgesamt bislang so furiosen Spieljahrs des Filderclubs. Schwer zu fassen in Anbetracht der aktuellen Kräfteverhältnisse: aber in der Hinrunde lautete das Resultat gegen den aktuellen Vorletzten und den damaligen Letzten jeweils 0:1. „Wir haben da noch etwas aufzuholen“, sagt der Trainer Klaus Kämmerer.

Die Erwartungshaltung ist klar: Alles andere als eine siegreiche Revanche wäre eine Enttäuschung. Die Bonlandener wollen im Kampf um den zweiten Tabellenplatz dranbleiben. Dabei macht Kämmerer keinen Hehl daraus, dass „es schönere Auswärtsfahrten gibt“. Einrichten muss er sich mit den Seinen auf einen kampf- und abwehrorientierten Gegner sowie schwierige Platzverhältnisse. Im Blausteiner Robert-Epple-Stadion gibt es nur Naturrasen. Freilich, in puncto Serien repräsentieren die Gastgeber das Kontrastprogramm zu Kämmerers Elf: Sie haben zuhause in der laufenden Runde noch kein einziges Spiel gewonnen. Mit nur drei Remis aus elf Versuchen sind sie die mit Abstand heimschwächste Mannschaft der Liga, woran auch ein Trainerwechsel nichts geändert hat. Rafael Da Silva hat beim Abstiegskandidaten schon Anfang November die Brocken hingeworfen. Seit der Winterpause heißt sein Nachfolger Jochen Holl.

Ringger fällt länger aus

Demgegenüber bangt Kämmerer noch um den Einsatz von Sascha Häcker. Der Innenverteidiger hat schon zuletzt beim 4:1 gegen Sontheim wegen Kniebeschwerden passen müssen. Sicher ist: Srdjan Savic kehrt ins Aufgebot zurück – und Alexander Ringger fehlt nach wie vor. Bei dem 26-Jährigen wurde inzwischen ein Meniskuseinriss festgestellt. Heißt: wohl noch mindestens zwei weitere Wochen Pause.

TV Echterdingen – TSV Neu-Ulm

Die bereits befürchtete und laut Trainer „ganz, ganz bittere“ Zugabe ist nicht erspart geblieben. Ein Schlüsselbeinbruch – so lautet die Diagnose im Fall des am vergangenen Spieltag verletzt ausgeschiedenen Offensivmanns Onur Aycil. Der 24-Jährige ist inzwischen bereits operiert und fällt damit für den Rest der Saison aus. So weiß man beim TV Echterdingen gerade gar nicht, was man lauter beklagen soll: Eben dieses Verletzungspech, demzufolge in Dennis Garcia-Franco, David Hertel (beide Knöchelprellung) und Marc Brodbeck (Muskelfaserriss) auch noch drei weitere Spieler Schrammen abbekommen haben – oder die kollektive Desasterleistung bei der dazugehörenden 0:1-Niederlage in Weilheim. „Wir hatten 14 Totalausfälle“, sagt der Trainer Christopher Eisenhardt im Rückblick. Wie so etwas passieren kann, noch dazu just in einer Phase, in der es aufwärts zu gehen schien? Gute Frage. Eisenhardt hat im Nachgang lange gegrübelt und einen Schuldigen gefunden – sich selbst. „Ich übernehme die Verantwortung dafür“, sagt er, „wahrscheinlich war die Mannschaft blockiert, weil ich sie in der Vorbereitung mit zu vielen Informationen über den Gegner überhäuft habe.“

Danach ein Hammerprogramm

Folglich ist die Marschroute diesmal anders. Der Gast aus Neu-Ulm? Zweitrangig. Die Konzentration gilt der eigenen Formsuche – und der Tatsache, dass es sich erneut um eine Schlüsselpartie handelt. Die Begegnung dürfte richtungsweisend sein für den weiteren Echterdinger Saisonverlauf. Bei einem Sieg würde der Abstand zum Kontrahenten, der aktuell den Beginn der Abstiegszone markiert, auf neun Zähler anwachsen. Bei einer Niederlage dagegen drohte den Gelb-Schwarzen ein abermaliges Zittern auf der Zielgeraden. Auch in Anbetracht des nachfolgenden Programms. Im Anschluss bekommen sie es nacheinander mit sechs Gegnern aus der oberen Tabellenhälfte zu tun, darunter in Hofherrnweiler, Bonlanden und Oberensingen die drei heißesten Aufstiegsanwärter.

Für Eisenhardt steht somit fest: „Neu-Ulm ist ein kleines Endspiel. Wir brauchen jetzt diese Punkte.“

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