Auch er soll seinen Beitrag zum Ausbau der Erfolgsserie leisten: Luca Wiedmann kehrt nach einwöchiger Krankheitspause ins Tor des SV Bonlanden zurück. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der SV Bonlanden will seinen Lauf fortsetzen, beim TV Echterdingen wird derweil die Gangart rauer.

Filder - Nein, so hatten beide sich das nicht vorgestellt. Freilich: die einen können prima damit leben, die anderen weniger. Während der SV Bonlanden am aktuellen 19. Spieltag der Fußball-Landesliga die Chance hat, sich nur ein Jahr nach dem Aufstieg erneut in Aufstiegs-„Gefahr“ zu manövrieren, droht dem TV Echterdingen der abermalige Rutsch in den Abstiegskampf. Beide Filderteams treffen auf Gegner aus dem oberen Tabellendrittel.

SV Bonlanden – TSV Oberensingen

Den Spitzenreiter Hofherrnweiler haben sie im letzten Spiel vor der Winterpause mit 4:1 rasiert. Der Tabellenzweite NAFI Stuttgart bekam vor Wochenfrist auf eigenem Platz mit 3:0 das Fell über die Ohren gezogen. Muss nun auch der Dritte des Klassements dran glauben? Hält der Erfolgszug der Fußballer des SV Bonlanden also auch an diesem Spieltag an? „Die Mannschaft hat eindrucksvoll bestätigt, was sie leisten kann, wenn sie einmal in der Spur ist“, sagt der Trainer Klaus Kämmerer. „Sehr, sehr gut“ sei das zuletzt gewesen – ein Lob, das aus dem Mund des als dauerkritisch geltenden Coachs fast schon einem Ritterschlag gleichkommt.

Die Folge in der Tabelle ist, dass die Filderstädter nun mittendrin sind im erlesenen Kreis: Sie sind eines jener Teams, die noch über realistische Aufstiegschancen verfügen. Das ist allein faktisch nicht zu verhehlen, aller weiterhin demonstrierten Zurückhaltung der Bonlandener Verantwortlichen zum Trotz. „Vorne wird sich Hofherrnweiler das nicht mehr nehmen lassen“, schätzt Kämmerer nach den jüngsten Ergebnissen, „dahinter aber hat vom Zweiten bis Ebersbach jeder noch alle Möglichkeiten.“ Sieben Anwärter, zwischen denen die Spanne gerade einmal sechs Punkte beträgt. Sieben Kandidaten für die Vizemeisterschaft, zu denen spätestens seit dem vergangenen Wochenende auch der SV Bonlanden gehört.

Leitfigur und Toptorjäger

Insgesamt sind die Schwarz-Weißen seit zehn Spielen ohne Niederlage (sechs Siege, vier Remis). Diese Serie wollen sie am Samstag ausbauen, wobei allen Beteiligten bewusst ist, dass erneut eine hohe Hürde wartet. Der Mitaufsteiger Oberensingen hat sogar noch zwei Zähler mehr auf seinem Konto. Auch er hat in dieser Saison schon einige Ausrufezeichen gesetzt. Und auch er verfügt über reichlich höherklassig erworbene Routine in seinem Kader. Beispiel eins: der einstige Kickers-Kicker Ferdi Er – in dem 38-Jährigen sieht Kämmerer beim Gegner „die Leitfigur schlechthin“. Beispiel zwei: Fatih Özkahraman. Jener führt mit 18 Toren die Schützenliste der Staffel an. Hinzu kommt, dass Özkahramans Sturmpartner Marco Parrotta wieder einsatzfähig ist. Er hat einen mehrfachen Bänderriss auskuriert.

Demgegenüber wird es bei den Bonlandenern, die das Hinspiel mit 0:1 verloren haben, zumindest eine Veränderung geben. Luca Wiedmann kehrt nach einwöchiger Krankheitspause auf seinen Platz im Tor zurück. Im Fall von Dominic Schilling (nach Muskelverhärtung) und Alexander Ringger (nach Knieprellung) will Kämmerer das Abschlusstraining abwarten. Klar ist für ihn: „Spielen wird nur, wer bei 100 Prozent ist.“ Davon, auch das eines der Erfolgsgeheimnisse, hat er gerade deutlich mehr als elf Mann – nicht nur in puncto Fitness, sondern auch Formniveau.

TSGV Waldstetten – TV Echterdingen

Schluss mit lustig. Zeit, wieder unbequemere Hebel anzusetzen. Gerade einmal zwei Spieltage hat es nach der Winterpause gebraucht, um Christopher Eisenhardt zu dieser Erkenntnis kommen zu lassen. Schuld sind die Auftritte seiner Mannschaft beim 1:3 gegen Ebersbach und beim zuletzt turbulenten 4:4 gegen Bargau. Nur ein Punkt aus diesem Doppelpaket vor heimischem Publikum – das war weniger als erwartet. Dabei gar sieben Gegentore – „das kann und darf man sich nicht erlauben“, findet der Echterdinger Trainer. Erst recht nicht, wenn sie auf eine solche Weise zustandekommen, wie es geschehen ist. Mit teils haarsträubenden individuellen Fehlern luden die Gelb-Schwarzen ihre Konkurrenz großzügig ein.

Als Ursache sieht Eisenhardt „Konzentrationsmängel“ – und „dass uns die Mentalität, die uns in den letzten Begegnungen vor der Winterpause ausgezeichnet hat, gerade etwas verloren gegangen ist“. Kämpfen, kratzen, beißen. Auf diese Grundtugenden sollen sich die Seinen nun schleunigst zurückbesinnen. „Wir werden in den nächsten Wochen genau hinschauen und nur auf die Spieler bauen, die das von den Haarwurzeln bis zu den Fußspitzen in sich tragen“, sagt Eisenhardt. Personelle Veränderungen dürfte es schon diesmal geben. Auch deshalb, weil der Coach inzwischen mehr Alternativen hat. Die vor Wochenfrist noch fehlenden Nico Plattenhardt, Sven Dobler, Danijel Zugac und Onur Aycil befinden sich wieder im Training. Hinzu kommt ein unverhoffter Joker: David Hertel, noch bis Ende des Monats beruflich in Hannover gebunden, reist für zwei Tage an. Am Sonntag soll der eigentliche Leistungsträger gleich wieder zum Aufgebot gehören. „Beginnen wird er nicht, aber vielleicht hilft er uns ja als Option von der Bank“, sagt Eisenhardt, wissend, dass gegen den aktuellen Gegner eine Mobilisierung aller Kräfte nötig sein wird, wenn aus der erhofften Überraschung etwas werden soll.

Der TSGV Waldstetten zählt nach wie vor zum Kreis der Aufstiegsanwärter. In dieser Saison hat der amtierende Vizemeister erst zweimal verloren (0:6 gegen Geislingen, 0:1 gegen Hofherrnweiler). In Ralph Molner, Patrick Stöppler und Serkan Özgür hat er drei ehemalige Gmünder Oberliga-Akteure in seinen Reihen.

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