Sieger in der Krise? Der Angreifer Felix Hummel (rechts) hat gute Chancen, in die Bonlandener Startformation zu rücken. Foto: Archiv Yavuz Dural

Die Landesligisten von den Fildern planen für den anstehenden Spieltag personelle Umstellungen – im Fall des SV Bonlanden, bei dem der Trainer Klaus Fischer nach wie vor angefressen ist, leistungsbedingt. Derweil hat der TV Echterdingen bereits einen möglichen Neuzugang für die nächste Saison an der Angel.

Filder - Kommt nun die große Umkrempelaktion? Sicher ist: nach einem Wochenende ohne Sieg deuten sich bei den drei Fußball-Landesligisten von den Fildern in puncto Aufstellung Veränderungen an, freilich aus unterschiedlichen Gründen. Bei den beiden Echterdinger Clubs, von denen der TV Echterdingen einen ersten möglichen Zugang für die nächste Saison an der Angel hat, stehen taktische Erwägungen dahinter – beim SV Bonlanden leistungsbedingte. „Ich warte noch ab, wer mir im Training was anbietet“, sagt der nach wie vor angefressene Coach Klaus Fischer vor dem 23. Spieltag.

TSGV Waldstetten – SV Bonlanden. Nein, es hat kein Donnerwetter gegeben, keine Kopfwäsche – ja, nicht einmal eine rückblickende Ansprache. Nach dem deprimierenden 0:3 auf eigenem Platz gegen den Tabellenvorletzten Köngen hat Klaus Fischer einen anderen Weg gewählt. Der verhieß in dieser Woche: Taten statt Worte. „Es wurde trainiert“, sagt der Coach knapp. Freilich, das Entscheidende ist das Wie, nämlich mit deutlich gestrafften Zügeln und einem intensivierten Programm. „Schnelleres Spiel in die Tiefe“ und „sauberes Zweikampfverhalten“: so hießen die beiden Schwerpunkte. Sauer aufgestoßen war Fischer zuletzt unter anderem die Vielzahl verursachter Freistöße, resultierend aus einem aus seiner Sicht schlechten individuellen Timing im Spiel Mann gegen Mann.

Wie die Mannschaft die nonverbal übermittelte Kritik aufgenommen hat? Ein abschließendes Urteil mochte sich der Trainer erst nach der Übungseinheit am Donnerstagabend bilden – in deren Folge sich auch erst weisen soll, welche personellen Veränderungen es für den Samstag in Waldstetten gibt. Eine ist zwangsläufig, da Maximilian Goll studienbedingt für zwei Wochen fehlt. Weitere dürften unter Leistungsaspekten hinzukommen. Felix Hummel etwa könnte in die Startelf rücken. Der Angreifer war vor Wochenfrist nach seiner Einwechslung eine der wenigen positiven Erscheinungen auf Bonlandener Seite. „Vielleicht sollte man ihm mal eine Chance von Anfang an geben“, sagt Fischer, dem darüber hinaus eine taktische Neuausrichtung vorschwebt.

Immer selbst das Spiel machen, sich immer gegen gegnerische Abwehrbollwerke abmühen – um dann immer öfter zuschauen zu müssen, wie diese Gegner schließlich konternd und mit ungleich geringerem offensiven Aufwand die Punkte mitnehmen? Die Devise lautet: nee, nicht länger mit uns. Das Köngen-Spiel und auch die vorangegangene Schlappe in Buch sollen hinsichtlich dessen eine Lehre sein, nicht zuletzt in Verbindung mit der Erkenntnis, dass es dem eigenen Tun momentan eben an jenen kreativen Mitteln fehlt, die nötig wären, um defensiv ausgerichtete Kontrahenten auszuhebeln. „Diesmal“, kündigt Fischer an, „werden wir versuchen, den Spieß umzudrehen.“ Heißt: selbst erst einmal abwartend agieren. Auf dass dann schleunigst zumindest von den Ergebnissen her die Wende gelingt – und der zumindest vage nach wie vor vorhandene Plan, um den Aufstieg mitzumischen, nicht frühzeitig endgültig in die Tonne gekloppt werden kann.

Immerhin: eine Statistik klingt aktuell ermutigend. Der Gegner, der Tabellenelfte, hat in dieser Saison von seinen bisherigen zehn Heimspielen nur zwei gewonnen. Also auch die Waldstettener werden trotz ihren jüngsten 2:1-Siegs in Dorfmerkingen nicht gerade mit breitester Brust antreten. TSV Buch – TV Echterdingen. Herzlichen Dank an den Nachbarn SV Bonlanden. Nett von diesem, vor zwei Wochen an jenem Ort, wo am Sonntag der TV Echterdingen vorstellig wird, eine 2:3-Bruchlandung hinzulegen. Ein besseres bekräftigendes Beispiel im Mahnen und Warnen vor dem Außenseiter TSV Buch hätte dem Trainer Aleksandar Kalic nicht in die Hände gelegt werden können. Klar, den Seinen soll es auf dem Platz des Liganeulings nun nicht ebenso ergehen. „Wir wollen dort keine Überraschung erleben“, sagt Kalic, sondern vielmehr den eigenen Lauf fortsetzen. Im Kalenderjahr 2015 sind die Gelb-Schwarzen noch ungeschlagen. Auswärts haben sie gar seit sechseinhalb Monaten keine Begegnung mehr verloren. Dem 1:2 vom 14. September in Köngen sind fünf Siege und ein Unentschieden gefolgt.

Also eigentlich kein Anlass für Umstellungen? Könnte man meinen. Doch geht Kalics Tendenz in eben diese Richtung – und das nicht nur, weil er seinen beruflich verhinderten Innenverteidiger Lukas Haselmaier ersetzten muss. „Es ist denkbar, dass wir gegen diesen Gegner mehr auf Leute bauen, die von der kämpferischen Seite her kommen“, sagt der Coach. Auch hat er in seinem Aufgebot gerade eh die breite Wahl. Bis auf den Kapitän David Hertel (Bänderanriss), der sich seit Dienstag wieder im Lauftraining befindet, sind alle Spieler fit – was die Echterdinger darin bestärkt, in der Tabelle auch nach dem zuletzt „nur“ erzielten 1:1-Unentschieden im Spitzenspiel gegen den 1. FC Heiningen weiter zumindest mit einem Auge nach oben zu schielen. Kalics Vorgabe: „Sollte einer der beiden Vorderen patzen, wollen wir Gewehr bei Fuß stehen.“

Andernfalls dann halt in der nächsten Saison. Für die hatten die Verantwortlichen ihre Aufstiegsabsichten ja schon vor längerem kund getan. Ein Plan, zu dem gehört, dass Kalic seinen Vertrag wohl noch vor Ostern um ein Jahr verlängert. Sowohl er als auch der Abteilungschef Phillip Wunsch sehen darin nurmehr „eine Formsache“. Und ein Plan, der auch bereits die Ausschau nach möglichen Verstärkungen beinhaltet. Ein heißer Kandidat: Max Knoll (25), Torjäger und Kapitän des Bezirksligisten SV Vaihingen. „Er ist ein Spieler, der passen würde“, sagt Kalic auf Nachfrage. Calcio Leinfelden-Echterdingen – SV Ebersbach. Dass sie in der Lage sind, Abwehrbeton anzurühren, haben die Calcio-Kicker zuletzt in den Auswärtsspielen in Bettringen (2:0) und Bad Boll (0:0) bewiesen. Nun kommt die schwierigere Aufgabe. Es gilt für die Mannschaft zu zeigen, dass sie ein Spiel auch selbst gestalten kann. „Wir treten jetzt zuhause an. Da müssen wir nach vorne ein bisschen mehr Risiko gehen“, sagt der Trainer Clemente Peccerella, der damit allerdings keine Kritik an der bisherigen Auftrittsweise üben will. Jene habe er schließlich selbst verordnet.

Noch offen lässt der Coach, ob er mit einer oder zwei Spitzen antritt. Allemal bleibt ihm die Wahl. Neben dem gesetzten Murat Öcal buhlen der Wiedereinsteiger Feriz Meha, Volkan Candan und Torsten Smolcic um einen Platz im Angriff. Letzterer, Smolcic, kommt laut Peccerella „allmählich in Fahrt“. Demgegenüber gibt der Gegner Rätsel auf. Trotz hochkarätig besetztem Kader sind die Ebersbacher in der Rückrunde noch ohne Sieg (zwei Remis, drei Niederlagen) und müssen inzwischen aufpassen, nicht in die Abstiegszone zu rutschen. Merke: große Namen bedeuten nicht automatisch große Ergebnisse. Zuletzt vermochten auch die Ex-Profis Henry Onwuzuruike und Thomas Scheuring, ein früherer Regionalliga-Kicker wie Marijo Marinovic und der in der Winterpause vom Verbandsligisten Göppingen verpflichtete Torjäger Roberto Forzano die Mannschaft nicht aus ihrem Tief zu führen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: