Geschockt vom Sportgerichtsurteil: der Echterdinger Trainer Christopher Eisenhardt. Foto: Günter Bergmann

Das Urteil im Fall Fregien stößt in den Goldäckern auf Unverständnis. Derweil ist der SV Bonlanden in Angriffslaune.

Filder - Aufbruchstimmung beim SV Bonlanden, dicke Luft beim TV Echterdingen – vor dem 13. Spieltag in der Fußball-Landesliga könnte die Gemütslage auf Seiten der beiden beteiligten Filderclubs kaum unterschiedlicher sein. Für die Echterdinger, die auf ihren Angstgegner treffen, kommt dabei noch ein Ärgernis hinzu: Die Rotsperre für ihren Leistungsträger Alexander Fregien ist raus – und lässt den Blutdruck steigen.

SV Bonlanden – 1. FC Frickenhausen

Die Zeichen stehen auf Angriff. Einerseits trauert Klaus Kämmerer dem 1:1 vom vergangenen Wochenende beim Tabellenführer Türkspor Neu-Ulm noch etwas nach. „Schade, dass wir nicht den Lucky Punch gesetzt haben“, sagt der Bonlandener Trainer. Andererseits hat die Partie ermutigt und eines deutlich bestätigt: Ja, die Schwarz-Weißen sind wieder da, sie sind nach holprigen Wochen vollends zurück in viel versprechender Form. Und diesen Schwung gedenken sie nun in den Endspurt 2019 mitzunehmen. „Die Mannschaft will jetzt vor der Winterpause noch einmal alles investieren“, kündigt Kämmerer für die verbleibenden vier Aufgaben an. Auf dass es dann mit einer guten Ausgangsposition fürs Aufstiegsrennen in die zweite Saisonhälfte gehen kann.

Wobei: schlecht ist schon die aktuelle nicht. Im Moment stehen die Filderstädter bei 18 Punkten – das ist nach zwölf Spieltagen das exakt gleiche Zwischenergebnis wie in der vorigen Runde, als sie sich dann mit einer furiosen Rückserie noch zum Vizemeister kürten. Der große Unterschied: damals betrug der Abstand zur Spitze bereits zwölf Zähler, heuer sind es im dicht gedrängelten Klassement lediglich vier.

Geduldsspiel auf der Bank

Verantwortlich für den Aufschwung sieht Kämmerer nicht zuletzt die Tatsache, dass ihm zuletzt endlich einmal eine konstante Formation zur Verfügung stand. Schluss mit dem notgedrungenen personellen Hin und Her. Mittlerweile dreimal nacheinander konnte der Coach dieselbe Elf aufbieten – und einiges spricht dafür, dass es bei jener auch für diesen Freitagabend bleibt. „Auch wenn dahinter vier, fünf andere sehr mit den Hufen scharren“, wie Kämmerer sagt. Beispiel Nico Presthofer. Beispiel Lasse Fröschle. Beispiel Mike Baradel. Pech für sie, dass während Fehlzeiten von ihnen die Teamkollegen in Tritt gekommen sind. Nun müssen sie sich auf der Bank gedulden.

Der Gegner? Der ist als Aufsteiger stark gestartet, war neun Spieltage lang unbesiegt, ehe er zuletzt gegen Topteams dreimal als Verlierer vom Platz ging. Aufpassen müssen die Bonlandener vor allem auf einen Mann: Ismail Oguz hat den 1. FC Frickenhausen mit 38 Saisontoren zurück in die Landesliga geschossen. Und im laufenden Spieljahr sind für den 26-Jährigen auch schon wieder acht Treffer notiert.

SV Ebersbach – TV Echterdingen

Der Ärger über den laschen Auftritt bei der 2:3-Niederlage gegen den TSV Neu-Ulm war in dieser Woche noch nicht verraucht, als den TV Echterdingen gleich der nächste unliebsame Adrenalinkick ereilte. Post vom Verbandssportgericht, das schnelle Urteil im Fall des Rotsünders Alexander Fregien – und da ist den Verantwortlichen der Gelb-Schwarzen dann erst mal die Spucke weggeblieben. Für vier Spiele muss der Flügelflitzer und bisher beste eigene Spieler dieser Saison aussetzen, sofern der erwogene Echterdinger Einspruch nicht noch etwas bringt. „Das ist Wahnsinn. Das geht gar nicht“, sagt der Trainer Christopher Eisenhardt.

In jedem Fall aber hat er damit nun noch ein zusätzliches Problem, zumal im Kapitän Dennis Garcia-Franco (Urlaub) und Melvin Alavac auch noch zwei andere Leistungsträger ausfallen. Bei Letzterem wurde inzwischen ein Muskelbündelriss diagnostiziert. Das Sportjahr 2019 ist für ihn damit bereits beendet. Und das alles vor dem Auftritt beim Angstgegner. Gegen kein Team haben die Echterdinger eine düsterere Bilanz als gegen den SV Ebersbach. Von den vergangenen 14 Duellen mit dem aktuellen Tabellendritten haben sie nur eines gewonnen und elf verloren.

Eisenhardt zieht die Zügel an

Gleichwohl erwartet Eisenhardt von den Seinen nun eine Reaktion. Seine Hauptkritik zum erwähnten Neu-Ulm-Spiel: „Kein Leben, keine Leidenschaft.“ Das müsse sich ganz schnell wieder ändern. Zwecks Verdeutlichung hat der Coach die Zügel angezogen. Die Mannschaft habe „eine harte Trainingswoche“ hinter sich. Mit Blick aufs Klassement konstatiert Eisenhardt: „Wir haben an den vergangenen Spieltagen drei Matchbälle verballert, uns in der oberen Hälfte festzusetzen. Jetzt muss jedem bewusst werden, dass wir fürs Erste wieder im Abstiegskampf stehen.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: