Alper Arslan erzielte per Elfmeter den Ausgleich. Ein weiterer Strafstoß wurde dem Angreifer zum Echterdinger Ärger verwehrt. Foto: Tom Bloch

Der TV Echterdingen kommt gegen Weilheim nur zu einem 1:1, zeigt aber Mentalität. Nach einer roten Karte sind die Gastgeber 30 Minuten lang in Unterzahl.

Echterdingen - Da empfängt eine Mannschaft, die seit vier Spielen ohne Punkte ist, einen Gegner, der viermal nicht gewonnen hat und mit bislang 16 Gegentreffern die löchrigste Abwehr der Liga aufweist. Vom Frustduell war vorab die Rede gewesen. Das Ergebnis? Der TV Echterdingen und der TSV Weilheim trennten sich am Sonntag nach 90 hitzigen Spielminuten mit einem 1:1 – ein Unentschieden, das keinem der beiden Teams wirklich weiter hilft. Dennoch ist der Echterdinger Trainer Christopher Eisenhardt nicht unzufrieden. „Den Punkt nehmen wir gerne mit. Nachdem wir ab der 60. Minute in Unterzahl waren, geht das schon in Ordnung“, sagte er. Der Angreifer Nils Schaller hatte wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte gesehen.

Der Fakt, dass Eisenhardt in der vergangenen Saison noch beim Gegner die Geschicke gelenkt hatte, ehe es zur Trennung kam, war hiernach kein Thema mehr. Die aktuelle Partie bot genügend eigene Ereignisse. Dazu gehörte auch, dass der Kapitän Valentin Haug nach mehrmonatiger Krankheitspause erstmals wieder zwischen den Pfosten stand. Und dabei geriet er gleich in den Mittelpunkt. Eine unglückliche Fußabwehr von ihm ließ den Ball in der 6. Minute vor den Füßen von Simon Kottmann landen, der zur 1:0-Führung der Gäste einlochte. Von den Echterdingern selbst war bis dahin offensiv wenig zu sehen. „Da haben uns die flüssigen Kombinationen gefehlt“, sagte Eisenhardt.

Auftregung nach Arslans Sturz

Aufregung dann nach einer Viertelstunde: Alper Arslan hatte nur noch den Weilheimer Keeper Jonas Schmidt zwischen sich und dem Tor. Doch im Zweikampf ging er zu Boden. Das Echterdinger Lager forderte einen Elfmeter. Doch der Schiedsrichter Michael Bartling entschied auf Abstoß. Es sollte nicht das einzige Mal sein, dass sich der Unparteiische den Unbill von den Rängen zuzog.

Fortan hatten die Gastgeber Schwierigkeiten, geordnet über die Mittellinie zu kommen. Ein vernünftiger Spielaufbau kam kaum zustande – und der Gegner schien sich nach der frühen Führung auszuruhen. Ganz anders wurde es erst nach der Pause. Da begannen die Gelb-Schwarzen, sich aufzubäumen. Bei einem Schuss von Onur Aycil war Schmidt noch mit einem Reflex zur Stelle. Dann allerdings wurde Aycil im Strafraum gefällt, und diesmal gab es einen Strafstoß, den Arslan kompromisslos zum Ausgleich verwandelte.

Schaller sieht Rot

Die Echterdinger drückten weiter. „Wir wollten den Sieg unbedingt, deswegen sind wir auch offener gestanden“, sagte Eisenhardt – bis zur besagten 60. Minute, in der es erneut um den Schiedsrichter brodelte. Jener, der zuvor zumeist die Vorteilsregel angewandt hatte, pfiff plötzlich ein Foul und stoppte somit einen gut laufenden Echterdinger Konter. Die Folge: heftige Proteste, sowohl auf dem Rasen als auch von außerhalb. Diese mündeten in einer roten Karte für Nils Schaller.

Fortan mussten die Gastgeber also in Unterzahl agieren – was ihnen aber offensichtlich eine zusätzliche Motivation brachte. „Man hat keinen Unterschied gemerkt. Wir haben Mentalität gezeigt und nichts mehr zugelassen“, beschrieb Eisenhardt die letzte halbe Stunde und kam dann doch auch auf die Schiedsrichterentscheidungen des aktuellen Spiels und der vergangenen Spieltage zu sprechen. „Es wird uns schwerer gemacht, als wir es verdient haben“, sagte der Trainer. „Das ist ärgerlich. Ich hoffe nur, wir bekommen endlich mal ein ordentliches Gespann.“

Prinzip Hoffnung: das gilt auch für die Punkte, die weiter nötig sind, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Im Klassement sind die Echterdinger nun Vierzehnter.

TV Echterdingen: Haug – Plattenhardt (88. Dobler), Köse, Stehle, Hertel – Aycil (80. Douty), Arslan (83. Garcia-Franco), Heim, Widmayer – Pfeifer Koelln (69. Tokic) – Schaller. TSV Weilheim: Schmidt – Korbiakis, Roos, Brandner, Schaufler – Dominkovic (67. Kljajic), Heth (58. Yilmaz), Sari, Lisac – Stefania – Kottmann (74. Emini, 87. Egrlic)..

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