Der Trainer bekommt seinen Wunschspieler: Emre Yildizeli wechselt von NAFI Stuttgart zum SV Bonlanden. Foto: Archiv Tom Bloch

Der SV Bonlanden und der TV Echterdingen können sich gegenseitig Gutes tun. Bei Ersterem sind zwei weitere Neuzugänge fix – und stehen drei Abgänge fest.

Filder - Man kennt sich. Man respektiert sich. Und man kommt gut miteinander aus. Nun könnten die beiden Fußball-Landesligisten von den Fildern ihr ordentliches Verhältnis zusätzlich festigen. Tut am Sonntag der eine dem anderen etwas Gutes? Fakt ist: gewinnt der SV Bonlanden in Weilheim, hilft er nicht nur sich selbst im Aufstiegsrennen, sondern auch seinem Nachbarn im Abstiegskampf. Punktet der TV Echterdingen gegen den TSV Weilimdorf, gilt das Entsprechende in umgekehrter Form. Im Hintergrund konkretisieren sich derweil die Personalplanungen. So stehen in Bonlanden zwei weitere Neuzugänge und auch drei erste Abgänge fest.

TSV Weilheim – SV Bonlanden

Wer geht als Vizemeister in die Relegation? Wer spielt in der Saisonverlängerung um den Aufstieg? Die Spannung steigt – und sie wird es auch noch weiter tun, wenn man dem Bonlandener Trainer Klaus Kämmerer glauben darf. Er schätzt, „dass das erst am letzten Spieltag entschieden wird“. Bis dahin, so seine Annahme, bleibt es ein Rennen Spitz auf Knopf. Ob auch mit Beteiligung seiner eigenen Mannschaft, das wird sich indes in der anstehenden Woche weisen – es ist für die Filderstädter eine englische. Am Sonntag in Weilheim, am Mittwoch das Nachholspiel gegen den SC Geislingen, am Samstag dann erneut zuhause gegen den TSV Neu-Ulm. Danach wird man an der Humboldtstraße wissen, ob der Traum vom Durchmarsch in die Verbandsliga fortbesteht. Einstweilen ist die Ausgangslage unverändert: Die Bonlandener sind die Einzigen, die es aus eigener Kraft schaffen können. Gewinnen sie ihre verbleibenden Partien, können alle Mitbewerber Handstand-Überschläge machen und mit den Ohren wackeln, es wird ihnen nichts mehr nutzen.

Allerdings bedeutet schon Weilheim eine hohe Hürde. Der Gegner steckt zwar nach wie vor tief im Abstiegskampf, hat aber die erstaunlichste Auferstehung der Saison hinter sich. Zur Winterpause schien für die Teckstädter mit mickrigen sechs Punkten auf dem Konto schon alles vorbei., Doch seither, auch dank einiger personeller Veränderungen im Kader, haben sie eine große Aufholjagd hingelegt. Seine vergangenen fünf Heimspiele hat der Tabellenvierzehnte allesamt gewonnen. Allein das sollte Kämmerer und den Seinen eine Warnung sein. Fahrlässig wäre es, sich noch am 7:1-Kantersieg aus dem Hinspiel zu orientieren. „Die Ausgangslage ist komplett anders als damals“, sagt der Coach, dem im Vergleich zum vergangenen Spieltag die Stammkräfte Andreas Pottmeyer und Sebastian Liebenstein wieder zur Verfügung stehen.

Der Wunschspieler des Trainers

Weitere Fortschritte derweil auch bei den Personalplanungen: für die nächste Saison sind die Neuzugänge Nummer vier und fünf fix. Vom Staffelrivalen NAFI Stuttgart kommt Emre Yildizeli, schon seit Längerem ein Wunschspieler Kämmerers. „Tempo, Technik, Torabschluss – er bringt vieles mit und wird in der Offensive ein echter Zugewinn für uns sein“, sagt der Trainer über den 27-Jährigen.

Außerdem haben die Schwarz-Weißen einen neuen zweiten Torhüter verpflichtet: Tim Hoffmann (19) vom Bezirksligisten Sportvg Feuerbach. Er soll im Kader Philipp Günther ersetzen, der am Ende dieser Saison nach halbjähriger Aushilfstätigkeit wieder aussteigt. Außer ihm gehen die Dauerreservisten Maurice Grözinger und Marco Weinmann. Beide gehören wegen unterschiedlich bedingter Fehlzeiten im Training schon aktuell nicht mehr zum Aufgebot.

TV Echterdingen – TSV Weilimdorf

Den einen Aufstiegsanwärter haben sie düpiert. Mit seinem überraschenden 2:0-Sieg in Oberensingen hat der TV Echterdingen das Ausrufezeichen des vergangenen Spieltags gesetzt. Nun soll der nächste aus der Spitzengruppe des Klassements dran glauben. „Die Mannschaft zeigt gerade Echterdinger Mentalität: aggressiv am Gegner dran, zudem schnell und mutig im Spiel nach vorn“, lobt der Trainer Christopher Eisenhardt – und ist sich sicher: „Knüpfen wir an die Leistungen von zuletzt an, haben wir erneut gute Chancen, etwas zu holen.“

Letzteres ist auch nach wie vor nötig. Die insgesamt sechs Punkte der zwei jüngsten Partien haben im Tabellenkeller zwar etwas Luft verschafft, durch sind die Gelb-Schwarzen aber längst noch nicht, zumal der direkt hinter ihnen auf dem Relegationsplatz stehende TSV Bad Boll nun nacheinander auf die beiden abgeschlagenen Schlusslichter aus Blaustein und Bargau trifft. Die Zitterpartie dürfte sich also so der so fortsetzen – aktuell gegen einen Gegner, der sich zu einer der Überraschungen der Saison entwickelt hat. Mal ehrlich: wer hätte gedacht, dass der TSV Weilimdorf um den Aufstieg mitmischen wird? Nicht einmal die Nord-Stuttgarter selbst. Doch hat sich der Außenseiter auf leisen Sohlen mittlerweile bis auf zwei Zähler an den Zweiten Waldstetten herangeschlichen. Seit der 0:5-Heimschlappe im März gegen den SV Bonlanden ist den Gästen ein Lauf mit sechs Siegen und einem Unentschieden gelungen.

„Ausnahmespieler beim Gegner“

Von ungefähr kommt das freilich nicht. „Die haben eine sehr gute Mentalität – und sie haben mehrere Ausnahmespieler drin“, weiß Eisenhardt. Zum Beispiel den Ex-Nationalspieler Tobias Weis, der in der nächsten Saison zum Spielertrainer aufsteigen wird. Oder den früheren Kickers-Kicker Demis Jung. Oder den Torjäger Carmine Pescione. Jener belegt in der Schützenliste der Liga mit 16 Treffern den dritten Platz.

Demgegenüber ist für Eisenhardt die eigene Personalsituation recht eindeutig. Unter dem Motto „Never change a winning team“ tendiert der Coach dazu, zum dritten Mal in Serie derselben Startelf zu vertrauen. Die eigentlichen Leistungsträger Philipp Widmayer und Simon Lechleitner fallen eh weiter verletzt aus.

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