Bei der Landesgartenschau in Öhringen dreht sich alles um den Limes. Foto: LGS

Erstmals findet in die Landesgartenschau in diesme Jahr im kleinsten Landkreis Baden-Württembergs statt, im Hohenlohekreis. Die Gastgeberstadt Öhringen hofft auf mehr als 750 000 Besucher – und auf eine verbesserte Infrastruktur.

Öhringen/Stuttgart - Das beschauliche Öhringen gleicht in diesen Tagen noch oft einer Großbaustelle. An fast jeder Ecke der Innenstadt wird emsig gewerkelt. Hecken werden in Form gebracht, Spielplätze aufgebaut, Bäume geschnitten. Die 23 000-Einwohner-Stadt im Hohenlohekreis, direkt an der A 6 zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall gelegen, putzt sich für die ­Landesgartenschau heraus, die am 22. April eröffnet wird.

„Drei Jahre lang haben wir gebaut und vorbereitet, wir sind voll im Zeitplan“, verspricht Oberbürgermeister Thilo Michler. Erstmals gastiert eine Landesgartenschau im, gemessen an seiner Einwohnerzahl, kleinsten Landkreis Baden-Württembergs. Im Mittelpunkt der 171 Tage dauernden Blumen-, Garten- und Landschaftsarchitekturschau steht der Limes, der direkt auf dem Gelände verläuft. Öhringen gehörte von 160 bis um 260 nach Christus rund hundert Jahre zum römischen Weltreich. Am heutigen östlichen Rand der Kernstadt verlief der römische Schutzwall schnurgerade über eine Entfernung von rund 80 Kilometern.

Das Motto der Landesgartschau – „Der Limes blüht auf“ – soll schon in wenigen Wochen gleich zu Beginn der Ausstellung sichtbar werden. Mehr als 80 000 Tulpenzwiebel haben die Gärtner im Herbst in der Erde verbuddelt – pünktlich zur Eröffnung sollen sie in voller Farbenpracht sprießen. Stilisiert wird der Limes von einem eindrucksvollen 450 Meter langen Pflanzenband aus rotlaubigen Gehölzen. Außerdem wird ein Original-Limestor nachgebaut, durch das die ­Besucher flanieren können.

38 Millionen Euro lässt sich Öhringen die Gartenschau kosten

Konzipiert wurde die Öhringer Blumenschau von dem Landschaftsarchitekten Stephan Lenzen, der auch für die Internationale Gartenausstellung in Hamburg 2013 und für die Bundesgartenschau in Koblenz 2011 ­verantwortlich zeichnete. Größte Herausforderung für ihn und Gartenschau-Geschäftsführerin Annette Stoll-Zeitler war es, die beiden denkmalgeschützten Bereiche des Hofgartens im Süden der Altstadt und des Hofguts im Osten zu verbinden und dabei den neu geschaffenen Landschaftspark Cappelaue anzubinden. Durch das 30 Hektar große Ausstellungsgelände schlängelt sich das kleine Flüsschen Ohrn.

Insgesamt 38 Millionen Euro lässt sich Öhringen die Gartenschau kosten, zu der ­Finanzbürgermeister und Gartenschau-Geschäftsführer Erich Herrmann bis zum 9. Oktober rund 750 000 Besucher erwartet. Bisher wurden bereits mehr als 15 000 Dauerkarten verkauft.

Etwa 28 Millionen Euro fließen inInvestitionen für dauerhafte Parkanlagen, 50 Prozent dieser Kosten übernimmt das Land Baden-Württemberg. Weitere zehn Millionen Euro stehen für die temporären Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung und sollen durch Eintrittskartenverkauf und Sponsoren wieder erwirtschaftet werden.

Ziel ist es, möglichst viele Bauten nachhaltig nutzen zu können. Musterbeispiel ­dafür ist der Pavillon des Landratsamts, der nach der Gartenschau zu einem Jugendhaus umgestaltet werden soll.