Die Landesregierung schüttet 468 Millionen Euro für Schulbauprojekte aus – 75 Millionen fließen in den Kreis Ludwigsburg. Eine Schule profitiert davon besonders.
Die Landesregierung reagiert auf den Notstand im Bildungswesen in Baden-Württemberg und stellt 468 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Schulen bereit. Im Kreis Ludwigsburg profitieren davon besonders stark das Bildungszentrum West sowie die finanziell angeschlagene Stadt Ludwigsburg. Aber auch zwei Schulen in Schwieberdingen und Bönnigheim gehören zu den Gewinnern.
Das Kultusministerium reagiert mit dem aktuellen Bau- und Sanierungspaket auf die zunehmend marode Bausubstanz vieler Schulen. Alle Anträge konnten bewilligt werden, lässt sich Kultusministerin Theresa Schopper in einer Pressemitteilung zitieren. Vor allem, weil die Mittel aus dem kommunalen Investitionsfonds für Schulbau und Sanierung von bislang 200 Millionen auf 450 Millionen Euro pro Jahr mehr als verdoppelt worden seien.
„Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise stehen im Schulhausbau und bei der Sanierung vor enormen Herausforderungen“, so Schopper. „Zugleich sind moderne, funktionale und zukunftsfähige Lernräume entscheidend dafür, dass Kinder und Jugendliche gute Bildungschancen erhalten. Wir unterstützen die Schulträger daher bestmöglich und zuverlässig.“
Grund für die Notlage ist der Schulbauboom der 1960er und 1970er Jahre. Viele der Gebäude aus dieser Zeit prägen bis heute die Schullandschaft in Baden-Württemberg. Weil damals in kurzer Zeit so viel gebaut wurde, muss nun in ebenso kurzer Zeit saniert oder neu errichtet werden.
Sonderpädagogik wird unterstützt
Im Landkreis profitieren insgesamt acht Schulen von millionenschweren Zuschüssen. Die sonderpädagogische Schule am Favoritepark und die Fröbelschule erhalten zusammen 5,4 Millionen Euro. Die ebenfalls sonderpädagogische Paul-Aldinger-Schule in Kleinbottwar bekommt 2,1 Millionen Euro.
Die Glemstalschule Schwieberdingen zählt zu den größten Gewinnern im Kreis: 8,2 Millionen Euro fließen in die Erweiterung der Gemeinschaftsschule. Die Sophie-La-Roche-Realschule in Bönnigheim erhält sogar 8,8 Millionen Euro.„Ohne die Schulbauförderung wäre ein solches umfangreiches Projekt für uns als Schulträger nicht machbar“, sagt Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel.
Stadt Ludwigsburg wird entlastet
Das meiste Geld im Landkreis geht jedoch an das größte Schulbauprojekt: den Neubau des Bildungszentrums West mit Otto-Hahn-Gymnasium, Gottlieb-Daimler-Realschule und Osterholz-Grundschule. Die Gesamtkosten werden auf 200 Millionen Euro geschätzt. Mit einem Zuschuss von 50 Millionen Euro fällt der Stadt Ludwigsburg eine erste Last von den Schultern.
„Die zusätzlichen Fördermittel kommen für uns überraschend, da wir bisher davon ausgegangen sind, dass die verfügbaren Programme bereits ausgeschöpft sind“, sagt die städtische Pressesprecherin Susanne Jenne. Erst durch die aktuelle Mitteilung des Städtetags habe die Stadt von der deutlich höheren Gesamtfördersumme des Kultusministeriums erfahren.
„Ein Schulzentrum in dieser Größenordnung kann von einer Kommune allein nicht finanziert werden“, so Jenne. „Die höheren Zuschüsse entlasten den städtischen Haushalt deutlich und verbessern die Gesamtfinanzierung. Die Mittel können jeweils nach Baufortschritt abgerufen werden.“
Oberbürgermeister Matthias Knecht ergänzt: „Bildung als gesellschaftliche Aufgabe ist für uns von höchster Bedeutung, deshalb begrüßen wir die Förderung außerordentlich. Wir hatten immer gefordert, dass Bildung von Bund und Land stärker gefördert wird. Für Ludwigsburg ist gerade in Zeiten knapper Kassen eine solche Unterstützung von großem Wert.“