Landeseigene Brauerei Rasch verlässt Hofbräu und geht zu Rothaus

Von dpa/lsw 

Christian Rasch wird der neue Vorstand von Rothaus. Foto: dpa
Christian Rasch wird der neue Vorstand von Rothaus. Foto: dpa

Ein Nachfolger für den verstorbenen Thomas Schäuble ist gefunden: Der Chef der Stuttgarter Hofbräu, Christian Rasch, wird neuer Alleinvorstand der landeseigenen Brauerei Rothaus.

Grafenhausen - Der Chef der Stuttgarter Hofbräu, Christian Rasch, wird neuer Alleinvorstand der landeseigenen Brauerei Rothaus. Der Rothaus-Aufsichtsrat entschied sich am Donnerstag für den 44-Jährigen. Er werde seine neue Funktion zum nächstmöglichen Termin antreten, teilte das Unternehmen in Grafenhausen im Hochschwarzwald mit. Zunächst müsse er seinen Vertrag bei Hofbräu beenden. Ein genaues Datum für den Amtsantritt stehe daher noch nicht fest. Rasch ist seit drei Jahren Sprecher der Geschäftsleitung von Hofbräu. Er wird bei Rothaus Nachfolger von Thomas Schäuble, der vor vier Monaten nach schwerer Krankheit gestorben war.

Rothaus ist eine der größten Brauereien in Baden-Württemberg. Mit Rasch kommt nicht, wie bisher, ein früherer Politiker in die Chefetage, sondern ein Manager aus der Braubranche und damit ein Kenner der Szene. Die grün-rote Landesregierung hatte sich entschieden, den Posten öffentlich auszuschreiben. Sie wählte damit ein anderes Verfahren als die Vorgängerregierungen. Raschs Noch-Arbeitgeber, die Stuttgarter Hofbräu, hat eine ähnliche Größe wie Rothaus, beide Unternehmen haben Baden-Württemberg zum Kernmarkt.

"Erfahrener Fachmann und intensiver Kenner der Branche"

„Mit Christian Rasch wird ein erfahrener Fachmann und intensiver Kenner der Branche das Ruder bei Rothaus übernehmen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne). „Ich bin überzeugt davon, dass er die Marke Rothaus weiter profilieren und das Unternehmen trotz eines schwierigen Marktumfelds und harter Konkurrenz mit klugen Konzepten und ruhiger Hand so erfolgreich halten wird, wie es derzeit dasteht.“

Rasch ist im südbadischen Lörrach geboren und Hotelbetriebswirt. Von 1992 bis 2008 war er in führenden Positionen beim Braukonzern Radeberger tätig, anfangs als Bezirksleiter Südbaden, später dann als Verkaufschef. Vor fünf Jahren wechselte er als Vertriebs- und Marketingdirektor zur Stuttgarter Hofbräu, seit drei Jahren steht er dort an der Spitze. Hofbräu gehört Radeberger.

Rothaus hat rund 230 Mitarbeiter, erwirtschaftet einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro und produziert etwa 880.000 Hektoliter Bier pro Jahr. Dem Land überweist Rothaus jährlich eine Dividende von 17 Millionen Euro.

Seit dem vergangenen Sommer führt der frühere CDU-Finanzminister Gerhard Stratthaus (71) als Interimsvorstand die Geschäfte. Sein Engagement wurde notwendig, nachdem Rothaus-Chef Schäuble wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr zur Verfügung stand. Der Vertrag von Stratthaus endet im September. Ein längeres Engagement verbietet das Aktiengesetz. Stratthaus ist langjähriger Aufsichtsrat bei Rothaus.

 

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