Die LBBW tritt beim Filialnetz auf die Kostenbremse. Foto: dpa

70 Prozent der Kunden haben keinerlei Kontakt zu den Filialen, erklärte Landesbank-Vizechef Michael Horn im Frühjahr. Nun zieht die LBBW daraus harte Konsequenzen.

Stuttgart - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schließt jede vierte der 168 Filialen ihrer Tochter BW-Bank. Damit wird es ab 2021 landesweit nur noch 130 Standorte mit persönlicher Beratung geben, teilte das Institut am Donnerstag mit. Die LBBW reagiert damit auf den anhaltenden Schwund bei der Nutzung der Filialen und die Verlagerung von Geschäften ins Internet. Mittlerweile erledigten nicht mehr nur junge Menschen Bankgeschäfte immer öfter über online, erklärte das Institut.

Mit der Entscheidung forciert die Bank den bereits seit Jahren voranschreitenden Abbau von Filialen. Im Jahr 2010 hatte das Institut noch knapp 200 Zweigstellen, seither sind pro Jahr rund vier davon weggefallen. Jetzt wird der Abbau deutlich beschleunigt. Im Stadtgebiet Stuttgart soll die Zahl der Filialen von 66 auf 50 sinken und damit ähnlich schnell wie im gesamten Südwesten. Genauere Angaben über die Standorte der betroffenen Filialen machte das Institut nicht.

In allen LBBW-Filialen zusammen arbeiten derzeit rund 2000 Menschen. Wie viele Arbeitsplätze von den Plänen betroffen sind, wollte das Institut nicht sagen. Ziel sei allerdings, den Abbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. So könnten einige der Mitarbeiter Angebote erhalten, künftig als Videoberater zu arbeiten und Kunden online zu unterstützen.

Abbau bei den Filialen, Aufbau beim Online-Banking

Der Abbau soll mit einem Ausbau der digitalen Geschäfte einhergehen, wozu nicht nur verstärkte Angebote zur Nutzung der Dienste am heimischen PC gehören, sondern auch auf mobilen Endgeräten. Zudem sollen der Online-Börsenhandel modernisiert und digitale Legitimationsprozesse eingeführt werden, wie sie etwa zur Eröffnung eines Kontos erforderlich sind.

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