Nils Schmid Foto: Kraufmann

Der SPD-Landeschef schlüpft erstmals in die Rolle des Mappus-Herausforderers.

Stuttgart - Dass die Spitzenkandidatur auf Nils Schmid zulaufen würde, war klar. Trotzdem überraschte er den Landtag mit der Art, wie er seinen Hut in den Ring warf: mit seiner Erwiderung auf die Regierungserklärung von Stefan Mappus.

Eigentlich wollte sich Nils Schmid ja erst am Samstag in einer Woche öffentlich erklären. An diesem Tag treffen sich in Stuttgart alle, die in der Südwest-SPD Rang und Namen haben, zu einer großen Konferenz - eine ideale Bühne, um den Hut in den Ring zu werfen. Doch dann kam die Regierungserklärung in Sichtweite, und Schmid entschloss sich zur Offensive.

Als er am Mittwoch im Landtag den Finger streckt, um Präsident Peter Straub seinen Redewunsch zu signalisieren, hebt der verwundert die Augenbrauen. Nein, nicht Claus Schmiedel, der kampferprobte Fraktionschef, zerpflückt die Regierungserklärung von Stefan Mappus, sondern dessen Stellvertreter, SPD-Landeschef Nils Schmid.

"Oh, habt ihr den Schmiedel entmachtet", sagt CDU-Vize Klaus Herrmann, denn er begreift sofort, was das heißt: Dies ist Schmids Bewerbungsrede als Spitzenkandidat. Unaufgeregt wie immer, aber durchaus angriffslustig skizziert der die SPD-Alternativen: mehr Unterstützung für den Mittelstand, bessere Bildungschancen ... eigentlich nichts, was Schmid nicht schon an anderer Stelle so oder ähnlich gesagt hätte. Doch diesmal wirken seine Worte anders.

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