Das Neue Schloss in Stuttgart wird saniert – Probebohrungen sollen jetzt zeigen, ob es möglich ist, dort unterirdische Parkplätze zu bauen. Foto: dpa

Baden-Württemberg lotet mit Probebohrungen die Möglichkeiten für eine Tiefgarage unter dem Neuen Schloss aus. Doch die Stadt Stuttgart ist skeptisch.

Stuttgart - Das Land hat Spezialisten damit beauftragt, den Boden unter dem Neuen Schloss in Stuttgart unter die Lupe zu nehmen. Probebohrungen sollen zeigen, ob es möglich ist, unterirdische Parkplätze zu bauen. Die Untersuchung kostet rund 36 000 Euro. Ein Sprecher des zuständigen Finanzministeriums bestätigte unserer Zeitung: „Mit den Bohrungen wird unter anderem auch geprüft, ob es grundsätzlich möglich wäre, unter dem Ehrenhof eine Tiefgarage zu errichten.“ Konkrete Planungen gebe es aber noch nicht.

Die Landesverwaltung steht in der Kritik, weil auf dem Ehrenhof Autos parken. Im Neuen Schloss ist neben dem grünen Finanzministerium auch das CDU-Wirtschaftsministerium untergebracht. Außerdem nutzt das Staatsministerium den Mitteltrakt zum Beispiel für Empfänge. Im Schnitt sind pro Tag rund ein Dutzend Fahrzeuge auf dem Vorplatz abgestellt.

Finanzministerium will Ehrenhof autofrei halten

Aus dem Finanzministerium heißt es, man sei bemüht, den Ehrenhof autofrei zu halten. Der Sprecher: „Um arbeiten zu können, müssen aber auch wir manche Dinge mit dem Auto erledigen.“ Mit dem Bau einer Tiefgarage wäre das Problem gelöst.

Im Stuttgarter Rathaus hält man davon jedoch nichts. Bürgermeister Peter Pätzold (Grüne) sagte unserer Zeitung: „Eine Tiefgarage dort wollen wir sicher nicht, denn dann hätte man auch mehr Verkehr dort.“ Außerdem sorgt er sich um die Optik des Schlosses. „Eine Zufahrt, ein Loch, vor dem Neuen Schloss halte ich nicht für machbar.“

Die Probebohrungen sollen diese Woche abgeschlossen werden. Die Überlegungen für den Bau einer Tiefgarage stehen in Zusammenhang mit der Sanierung des Neuen Schlosses von 2020 bis 2022 und dem Vorhaben, den Mitteltrakt teilweise für Bürger zugänglich zu machen. Im Gemeinderat herrscht die Meinung vor, dass dafür ein autofreier Ehrenhof unabdingbar ist. OB Fritz Kuhn (Grüne) unterstützt diese Forderung.

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