Bei Wendlingen führt die Bahn ihre Schnellfahrstrecke parallel zur A 8 in den Albvorlandtunnel. Unter der A 8 führt die Bahnstrecke von Tübingen nach Plochingen. Sie wird mit der Schnellfahrstrecke verbunden. Foto: DB/Arnim Kilgus

Die große Wendlinger Kurve soll den stabilen Bahnverkehr zwischen Tübingen und Stuttgart und die Nutzung der ICE-Neubaustrecke sichern. Der Schienenbau wird nun teurer, soll aber Ende 2022 fertig sein.

Stuttgart - Die sogenannte große Wendlinger Kurve wird um 23 Prozent teurer als geplant. Mit dem Schienenbau zwischen Oberboihingen und Wendligen, der zum Teil im Tunnel verläuft, soll die zwischen Tübingen und Plochingen bestehende Bestandsstrecke eine Verbindung zur ICE-Neubaustrecke Richtung Stuttgart erhalten. Dazu hatten sich Bahn, Land, der Verband Region Stuttgart sowie die Region Neckar-Alb im Juli 2019 auf eine Finanzierung verständigt. Ursprünglich war im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 nur die kleine Wendlinger Kurve, also ein eingleisiger Anschluss, geplant. Der zweite Anschluss sollte nach Berechnungen vom November 2018 rund 100 Millionen Euro kosten, eine Reserve von zehn Prozent wurde einkalkuliert.

Zeitdruck für den Streckenbau

Inzwischen seien die Kosten um 23 Millionen Euro gestiegen, teilt das Verkehrsministerium des Landes mit. Gründe seien der enge Terminplan – der Anschluss soll im Dezember 2022 fertig sein, weil dann die Neubaustrecke in Betrieb geht – und der anhaltende Bauboom. Die Arbeiten dürfen zu keinen Verzögerungen bei der Neubaustrecke führen, daher seien zur Terminsicherung mehr Personal und größere Geräte einzusetzen, teilt das Ministerium mit. Die Deutsche Bahn habe inzwischen alle nötigen Vereinbarungen mit ihren Auftragnehmern abgeschlossen. Die Mehrkosten werde das Land komplett übernehmen. Der kommunale Finanzierungsanteil war in der Finanzierungsvereinbarung auf maximal 25 Millionen Euro begrenzt worden.

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