Auch die Theater sind geschlossen. Die Kulturschaffenden sollen erneut Hilfen bekommen. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski

Baden-Württemberg legt neue Hilfsprogramme für die Kulturszene auf. Sie sollen auch verhindern, dass die Kultur dauerhaft beschädigt wird.

Stuttgart - Im kommenden Jahr wird es in Baden-Württemberg erneut zahlreiche Corona-Hilfen für Kunst und Kultur geben. Das Landeskabinett hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, für das 28 Millionen Euro bereitgestellt werden. Mit zehn Millionen Euro soll das Soforthilfeprogramm für die Vereine der Breitenkultur weitergeführt werden. Das Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“ wird mit weiteren drei Millionen Euro fortgesetzt. Neu ist ein Stipendienprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten in Baden-Württemberg, die durch die Corona-Pandemie unter existenziellen Druck geraten sind. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen mit unserer Unterstützung“, sagte die Kunstministerin Theresia Bauer, „wir setzen daher die dringend erforderlichen Hilfen für die gesamte Breitenkultur und die Kultureinrichtungen im Land fort und erweitern sie um einen wichtigen Baustein.“

Neue Stipendien sollen Anreize geben

Wegen der Schließung des Kulturbetriebs hatten viele Künstlerinnen und Künstler in diesem Jahr kaum noch Auftritts- und Präsentationsmöglichkeiten. Der erneute Lockdown verschärft die Situation nun noch weiter. Deshalb wurde ein neues Stipendienprogramm aufgelegt, für das 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden. Sie sollen die freischaffende Kunstszene darin unterstützen, „ihre Arbeit trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie fortzusetzen“, wie Theresia Bauer sagte. Professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten, die ihren Erstwohnsitz in Baden-Württemberg haben, können sich für ein Projektstipendium in Höhe von 3500 Euro bewerben, um ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen oder auch neue Formen der Präsentation zu entwickeln.

Gerade die Hochschulabgänger brauchen Unterstützung

„Unser Ziel ist es, eine drohende dauerhafte Beschädigung der vielfältigen Kunstlandschaft in Baden-Württemberg durch die Folgen der Corona-Pandemie zu verhindern“, sagte die Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. Deshalb können sich auch junge Künstlerinnen und Künstler bewerben, die gerade das Studium an einer Kunst- und Musikhochschulen oder auch der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg beendet haben. Gerade die Absolventinnen und Absolventen hätten es schwer, im Kultursektor Fuß zu fassen, meint Olschowski.

Die zehn Millionen Euro, die das Land bereits für die Vereine der Breitenkultur zur Verfügung gestellt hatte, sind weitgehend ausgeschöpft, weshalb sie 2021 nun mit weiteren zehn Millionen Euro unterstützt werden sollen. Für größere Vereine von überörtlicher Bedeutung, die in eine besondere Notlage geraten, stehe zudem der Nothilfefonds für Kunst- und Kultureinrichtungen zur Verfügung. Die Unterlagen für die Programme finden sich auf der Homepage des Ministeriums.

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