Der Betonsockel entlang der Autobahnabschnitts entlang der A 831 bis zur Ausfahrt Vaihingen steht schon, bald wird die Lärmschutzwand aufgesetzt Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und der Ausfahrt Vaihingen wird an der A 831 eine Lärmschutzwand errichtet. Für zentralere Stadtgebiete werden andere Mittel zur Lärmbekämpfung bevorzugt.

Stuttgart - Die Anwohner der Gründgensstraße in Vaihingen können bald aufatmen. Ab Ende dieses Jahres werden sie vom Lärm der 70 000 Fahrzeuge, die sich täglich zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und der Abfahrt Vaihingen bewegen, nicht mehr in voller Pegelstärke heimgesucht. Eine seit Juli im Bau befindliche Lärmschutzwand trennt künftig die A 831 von der teils weniger als 50 Meter entfernt laufenden Wohnstraße. „Ich hoffe auf erhebliche Entlastung für die Menschen hier“, sagt Gisela Splett, Staatssekretärin im Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur. Die Grünen-Politikerin nimmt das mit Machtübernahme 2011 von Grün-Rot neu geschaffene Amt der Lärmschutzbeauftragten ein.

Die im ganzen Land durchgeführte Lärmkartierung ergab, dass an der Gründgens-straße die gesetzlich geregelten Grenzwerte von 57 Dezibel in den Nachtstunden regelmäßig überschritten werden. „In einem solchen Fall muss gehandelt werden“, so Schlett, „denn Lärm, insbesondere nachts, kann krank machen.“ Die Errichtung der 500 Meter langen und zwischen zwei und vier Meter hohen Schutzwand bis zur Kreuzung Hauptstraße kostet 1,3 Millionen Euro, eine halbe Million kommt für die Sanierung einer im Abschnitt liegenden Brücke dazu. Die Kosten trägt der für das Autobahnnetz zuständige Bund. „Wir können gerade viel tun, denn die Zuschüsse von Bund und Land fließen gut“, sagt Andreas Hollatz, Abteilungspräsident für Straßenwesen und Verkehr im Regierungspräsidium Stuttgart. Ob auf der B14 zwischen Universität und Schattenring oder auf der B10 bei Zuffenhausen sind die Baukolonnen zuletzt innerhalb des Stuttgarter Stadtgebiets aktiv gewesen. Bei diesen Sanierungsarbeiten wurde dem Lärmschutz nicht durch Schutzwälle, sondern durch die Verwendung von lärmabsorbierendem Asphalt Rechnung getragen.

Im Stadtgebiet werden andere Maßnahmen bevorzugt

Das ist auch der Weg, den Thomas Schene bevorzugt. „Ich bin eher ein Freund von leiseren Fahrbahnbelägen als von Schutzwänden“, positioniert sich der Projektkoordinator des Lärmaktionsplans der Landeshauptstadt klar. Nach Schenes Erfahrung werde die Wirkung von Lärmschutzwänden „oft überschätzt“, außerdem wären größere Bauten innerhalb von dicht besiedelten Stadtgebieten aus optischen und baurechtlichen Gründen kaum umsetzbar. „Wenn man sie zu kurz, zu niedrig oder mit Lücken baut, bringen sie gar nichts“, glaubt Schene.

Der Mitarbeiter des städtischen Amts für Umweltschutz ist zusammen mit anderen Fachämtern gerade dabei, den ersten Stuttgarter Lärmaktionsplan vom November 2009 zu aktualisieren. Nach EU- und Deutschem Recht sind größere Städte und Ballungsräume zu solchen Aktionsplänen verpflichtet. Allerdings handle es sich um eine „weisungsfreie Pflichtaufgabe“, wie Gisela Splett bestätigt. Bund und Land reden den Kommunen nicht hinein, welche Strategien sie zur Lärmeindämmung verfolgen.

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