Der SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel nimmt an einer CDU-Veranstaltung zum Lärm in Leinfelden-Echterdingen als Podiumsgast teil. Foto: dpa

Vor dem Lärmgipfel in Leinfelden-Echterdingen schlagen die politischen Wogen hoch. Nun steigt auch Claus Schmiedel (SPD) in die Debatte ein. Strittig ist, ob und wie die Stadt unterstützt wird, falls Züge im Rahmen von Stuttgart  21 über die vorhandene S-Bahn-Strecke zum Flughafen rollen.

Leinfelden-Echterdingen - Der von der CDU mit Unterstützung der Freien Wähler und der FDP organisierte Vortrags- und Diskussionsabend zum Lärm in Leinfelden-Echterdingen genießt im Vorfeld weiterhin große Aufmerksamkeit in der Politik. Nach den Landtagsabgeordneten Thaddäus Kunzmann (CDU) und Jochen Hausmann (FDP) sowie Andreas Schwarz von den Grünen, der den Regierungschef Winfried Kretschmann offiziell vertritt, schickt die SPD ihren Häuptling, den Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Claus Schmiedel, in die Lärmschutz-Debatte.

Strittig ist wie bereits berichtet insbesondere, ob und gegebenenfalls wie die Stadt L.-E. vom Land unterstützt wird, falls Regional- und Fernzüge im Zuge von Stuttgart  21 wie bisher vorgesehen über die vorhandene S-Bahn-Strecke zum Flughafen rollen werden. Auf Drängen des Verkehrsministeriums hatte der Gemeinderat eine finanzielle Beteiligung an Lärmschutzeinrichtungen in Aussicht gestellt. Später wurde die Kommune vom Ministerium zuständigkeitshalber an die Bahn verwiesen.

Es geht nicht nur um Schienenlärm

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Nikolaus Tschenk hatte daraufhin erklärt, man habe im Moment „wirklich andere Probleme zu bewältigen, als ein Lärmschutzgutachten für sich selbst eingebrockte Probleme in L.-E.“. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny fordert nun in einer Erklärung den verkehrspolitischen Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Andreas Schwarz, auf, sich bei der Veranstaltung „mit aller Deutlichkeit von seinem Fraktionskollegen zu distanzieren“. Die Abgeordnete verdeutlicht, dass es in L.-E. nicht nur um Schienenlärm gehe: Mit der Dreifachbelastung Flughafen, Straßenverkehr und Bahnverkehr müssten dort besondere Lärmbedingungen gelten.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann kritisiert seinen Kollegen. Tschenks Äußerungen vermittelten den Eindruck, die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 habe nie stattgefunden, sagte Kunzmann auf Anfrage. Außerdem hätten die Probleme in L.-E. „primär nichts mit den Finanzierungsproblemen von Stuttgart 21 in der Stadt zu tun“.

„Lärm in L.-E.“: Die Veranstaltung „Lärm in L.-E.“ beginnt am Donnerstag, 21. Februar, um 19 Uhr in der Filderhalle, Bahnhofstraße 61. Unter der Leitung von Wolfgang Molitor, Vize-Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, diskutieren Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer, der Bahn-Bevollmächtigte Eckart Fricke, Regierungspräsident Johannes Schmalzl, OB Roland Klenk, der Lärmgutachter Professor Michael Koch sowie die vier Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz (Grüne), Claus Schmiedel (SPD), Thaddäus Kunzmann (CDU) und Jochen Hausmann (FDP).

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