Die Bundeswehr hat bisher nur ein einziges Vereinsschießen abgesagt. Und dabei soll es auch bleiben. Foto: dpa/Patrick Pleul

Nach Anwohnerbeschwerden hat die Bundeswehr die Zahl der Übungen auf der Standortschießanlage Im Bernet nach eigenen Angaben um zwei Drittel reduziert. Die Vereine in der Region betrifft das aber nicht.

Vaihingen - Gute Nachrichten für die Schießvereine in der Region. Auf Nachfrage versichert die Bundeswehr, dass diese die Standortschießanlage Im Bernet weiterhin „an zuvor festgelegten Terminen wie vertraglich vereinbart“ nutzen dürfen. Entsprechende Vereinbarungen gebe es mit der RAG Stuttgart, der RAG Eisberg und dem Schweizer Schützenverein Stuttgart e. V.; ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr ergänzt, dass lediglich ein einziges Schießen abgesagt worden sei. Nämlich der Termin der RAG Stuttgart am 8. Februar. Darüber habe man den Vereinsvorsitzenden informiert, und dieser habe Verständnis für die Entscheidung gezeigt. „Die Bundeswehr versicherte ihm, dass die weiteren geplanten Schießen der RAG wie angefordert, an den festgelegten Samstagen, durchgeführt werden können“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Um die Standortschießanlage Im Bernet im Wald beim Autobahnkreuz Stuttgart hatte es in den vergangenen Wochen viel Wirbel gegeben. Ausgangspunkt war, dass sich Anwohner im Rosental, im Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker und in Büsnau von Schussgeräuschen gestört fühlten. Diese hatten Ende des vergangenen Jahres deutlich zugenommen, sie waren häufiger und deutlich lauter zu hören. „Aufgrund eines neuen Schießausbildungskonzepts und konkreter Einsatzvorbereitungen hat die Bundeswehr im Rahmen der geltenden Nutzungsbestimmungen Anfang des Jahres auf der Standortschießanlage Im Bernet vergleichsweise mehr geschossen als sonst üblich“, erklärt dazu die Bundeswehr und ergänzt: „Es wurde und wird weiter nur mit Waffen und Kalibern geschossen, die gemäß den Bestimmungen genutzt werden dürfen.“ Dennoch habe sich die Bundeswehr dazu entschieden, „die neue Schießausbildung zukünftig nach Möglichkeit auf Truppenübungsplätzen durchzuführen“. Das hatte das zuständige Bundesamt zuletzt mehrfach betont.

Auch die Lokalpolitiker haben die Schießanlage thematisiert

Die Standortschießanlage zwischen der Autobahn und Vaihingen-West gibt es seit 1938. Zuständig für die Verwaltung ist der Standortälteste Calw, Betreiber ist das Bundeswehrdienstleistungszentrum Bruchsal. Geschossen werden dürfe gemäß den Benutzungsbestimmungen montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr und von 18 bis 24 Uhr. Samstags sei das Schießen von 7.30 bis 17 Uhr erlaubt, allerdings immer nur am zweiten und vierten Samstag eines Monats. So sei es bereits seit vielen Jahren, sagt die Bundeswehr. Diese reagierte bereits Anfang Februar auf die Beschwerden aus der Bevölkerung. Die Schießübungen seien signifikant um zwei Drittel reduziert und die Zeiten deutlich eingeschränkt worden. Alle Übungen mit hohem Munitionsansatz, die ursächlich für die Beschwerden gewesen seien, seien „bis auf Weiteres“ abgesagt und die Zeit auf 19 Uhr beschränkt worden, hieß es damals.

Dennoch war die Standortschießanlage auch in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats noch einmal Thema. Die Lokalpolitiker forderten die Stadtverwaltung Stuttgart auf, dem Gremium über vorliegende Genehmigungen und rechtliche Grundlagen zu berichten. Vaihingen sei kein Truppenübungsplatz. Darum seien Schießübungen auf das absolut Notwendige zu beschränken und Ruhezeiten einzuhalten, hieß es in der Antragsbegründung. Der Bundeswehr selbst liegt dieser Antrag bisher nicht vor.

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