Drei Lärmquellen – Bahn-, Luft- und Straßenverkehr – stören die Ruhe in L.-E. Über Entlastung wird am Donnerstag auf Einladung der CDU in der Filderhalle diskutiert. Foto: Achim Zweygarth, Norbert J. Leven (2)

Für Diskussions- und Zündstoff ist vor dem von der CDU Leinfelden-Echterdingen am Donnerstag organisierten Lärmgipfel in der Filderhalle gesorgt.

Leinfelden-Echterdingen - Das Thema Lärm ist in Leinfelden-Echterdingen allgegenwärtig. Fluglärm, Verkehrslärm – entlang der Hauptverkehrsachsen in den Stadtteilen wie auch an B 27 und A 8 – und nicht zuletzt der Schienenlärm an der S-Bahn-Strecke beherrscht seit vielen Jahren die Diskussionen. Am Donnerstag dieser Woche sollen nun auf Einladung der CDU, nach Kräften unterstützt von Freien Wählern und FDP, Verantwortliche für den Radau sowie Landtagsabgeordnete verschiedener Fraktionen dazu Stellung nehmen, wie sie die Belastungen zu reduzieren gedenken.

„Der Lärm ist zu einem zunehmenden Problem für unsere Stadtentwicklung und die Aufenthaltsqualität in Leinfelden-Echterdingen geworden“, fasst Ilona Koch, die Stadtverbandsvorsitzende der Christdemokraten, die Lage in ihrer Einladung zusammen. Und sie spricht darin auch bereits das aktuellste Problem in Sachen Lärm an: die mögliche zusätzliche Belastung in Form von Lärm und Erschütterungen, die Stuttgart 21 nach dem derzeitigen Planungsstand bei der Streckenführung auf den bestehenden S-Bahn-Gleisen zum Flughafen den Einwohnern bescheren dürfte. „Hier vermissen wir immer noch die Unterstützung der Landesregierung“, sagt Koch.

„Ärgerliche Geschichte“

Das Verkehrsministerium hatte Hilfe für ein Gutachten wie berichtet im Herbst vergangenen Jahres in Aussicht gestellt und der Stadt unter Zeitdruck eine Erklärung zu einer Kostenbeteiligung abgenötigt. Sehr zum Ärger der Verwaltungsspitze und des Gemeinderats wurde man dann aber Ende Januar lapidar an die Bahn verwiesen. Oberbürgermeister Roland Klenk nennt das „eine ärgerliche Geschichte“.

Die ist nun dazu geeignet, einen Koalitionskrach heraufzubeschwören. Die SPD-Landtagsfraktion verlangt inzwischen per Antrag Auskunft von der Landesregierung darüber, ob oder wie sie die Bemühungen der Stadt L.-E. um ein Lärm- und Erschütterungsgutachten unterstützt. „Alle Seiten sind aufgefordert, die Stadt zu unterstützen“, erklärt der Landtags-Vizepräsident Wolfgang Drexler (SPD) – „unabhängig davon, ob einem die Trasse auf den Fildern gefällt oder nicht“. Auf die Frage, ob er sich eine solche Reaktion auch von seiner eigenen Partei, der CDU, gewünscht hätte, antwortet OB Klenk knapp: „Ja.“

Tschenk gießt Öl ins Feuer

Wenig Hilfe ist in dieser Angelegenheit offenbar von den Grünen zu erwarten. Während am Donnerstag deren verkehrspolitischer Fraktionssprecher Andreas Schwarz offiziell den Wahlkreisabgeordneten Ministerpräsident Winfried Kretschmann vertritt, gießt der Grünen-Abgeordnete aus dem benachbarten Stuttgarter Stadtbezirk Möhringen, Nikolaus Tschenk, vorab noch Öl ins Feuer: Man habe im Moment „wirklich andere Probleme zu bewältigen, als ein Lärmschutzgutachten für sich selbst eingebrockte Probleme in L.-E.“

Das scheint man auch in dem vom Grünen Winfried Hermann geführten Verkehrsministerium so zu sehen. Ein kritischer Brief von OB Klenk harrt noch einer Antwort. Eine Eingangsbestätigung habe er inzwischen erhalten, sagt Klenk, und den floskelhaften Hinweis, dass die Bearbeitung noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Der Diskussionsstoff wird den Teilnehmern der Runde am Donnerstag wohl auch deshalb kaum ausgehen.

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