So in etwa könnte das fünfgeschossige Gebäude aussehen. Foto: Stadtplanungsamt Stuttgart

Die Stadt möchte einen neuen Laden ermöglichen und die Osterbronnstraße aufhübschen.

Dürrlewang - Es hat lang gedauert, doch nun ist es beschlossene Sache. Der Gemeinderat hat am Donnerstag den Satzungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan Zentrum Dürrlewang gefasst. Das Areal reicht von der Osterbronnstraße im Norden bis zum Siriusweg im Süden und von der Dürrlewangstraße im Westen bis zur Galileistraße im Osten. Mit dem neuen Bebauungsplan wollen die Verwaltung und der Gemeinderat die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Entwicklung des Gebiets schaffen.

Gemeint ist damit vor allem, dass es wieder ein Lebensmittelgeschäft geben soll. Ursprünglich liebäugelte die Stadt mit einer großen Lösung, um auf den Grundstücken Osterbronnstraße 50 bis 54 Platz für einen Vollsortimenter zu schaffen. Doch die Eigentümer der Grundstücke 52 und 54 wollten davon nichts wissen. Um dennoch die erforderliche Nahversorgung zeitnah realisieren zu können, weitete die Stadt das Sondergebiet an der Osterbronnstraße 50 nach Westen in Richtung des öffentlichen Parkplatzes aus. Das Gelände gehört seit einiger Zeit der Bietigheimer Wohnbau. Diese möchte ein fünfgeschossiges Gebäude errichten. Im Erdgeschoss soll ein Lebensmittelladen einziehen, darüber sind Wohnungen geplant. Der Laden könnte eine Fläche von 1100 Quadratmetern haben. Lange Zeit hatte Lidl Interesse. Doch die Stadt hatte eine entsprechende Bauvoranfrage des Diskounters bereits 2011 abgelehnt. Grund dafür waren auch die Einsprüche der Bürger und des Bezirksbeirats. Die Lokalpolitiker und weite Teile der Bevölkerung hatten freilich auch das fünfgeschossige Gebäude abgelehnt. In diesem Fall fand ihre Meinung aber kein Gehör.

Die Osterbronnstraße soll schöner werden

Ein weiterer wichtiger Punkt in dem neuen Bebauungsplan ist die Umgestaltung der Osterbronnstraße. Derzeit ist diese ein breites Asphaltband. Die Pläne sehen vor, auf der Nordseite einen zwei Meter breiten Parkstreifen anzulegen, aufgelockert mit Beeten und Bäumen. Zudem will die Stadt beidseitig einen Schutzstreifen für Radfahrer schaffen. Auf der Südseite wird der Gehweg auf 3,50 Meter verbreitert, und auch dort werden neue Bäume gepflanzt. Auch der Grünzug entlang der Osterbronnstraße soll schöner werden.

Die Stadt schätzt die Kosten für beide Projekte auf 850 000 Euro. Und sie hofft auf Unterstützung. Denn Dürrlewang ist seit Kurzem im Programm „Die Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“. Derzeit umfasst der Förderrahmen 1,2 Millionen Euro. Das sind die Finanzmittel vom Bund und vom Land. Hinzu kommt Geld von der Stadt. Die Tatsache, dass das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben worden war, bevor der Landtag Dürrlewang offiziell in das Sanierungsprogramm aufgenommen hatte, hatte im Vorfeld für heftige Proteste gesorgt. Es gab die Befürchtung, dass der Bebauungsplan vieles festzurrt und man dann bei der Sozialen Stadt keine Gestaltungsspielräume mehr habe. Die Verwaltung sah es jedoch als Vorteil an, dass die Soziale Stadt und der Bebauungsplan zeitgleich auf den Weg gebracht wurden. Auf diese Weise könnten die Missstände schneller behoben werden, so die Argumentation.

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