Einen Wochen Foto: Archiv A. Kratz

Ein Wochenmarkt im Umfeld der Ladenstraße in Dürrlewang? In einer aktuellen Antwort von Oberbürgermeister Wolfgang Schuster auf eine Anfrage der SPD war zu lesen, dass das derzeit geprüft werde. Doch eigentlich ist die Idee bereits seit Mai vom Tisch.

Dürrlewang - Für die Menschen in Dürrlewang war es vielleicht ein Fünkchen Hoffnung. So war in einer Antwort des Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster auf eine Anfrage der SPD-Gemeinderatsfraktion zu lesen, dass sich der „Stadtteilmanager Herr von Appen dafür einsetzt, dass während der Planungs- und Bauzeit ein Wochenmarkt im Umfeld der Osterbronnstraße etabliert wird“. Hintergrund ist, dass der Lebensmittelmarkt Nah und Gut Ende Juni zugemacht hat. Damit hatte sich die „Nahversorgung für zirka 5000 Menschen – davon viele Ältere – nachhaltig verschlechtert“, wie es die SPD in ihrer Anfrage formulierte.

Doch auf Nachfrage unserer Redaktion bei der Wirtschaftsförderung Stuttgart heißt es nun, dass die Idee von einem Wochenmarkt in Dürrlewang schon seit Ende Mai vom Tisch ist. Auf die Frage, warum dieser Aspekt dennoch in einem offiziellen Antwortschreiben des Oberbürgermeisters mit dem Datum 11. Oktober auftauche, antwortet Torsten von Appen: „Das Papier ging durch verschiedene Ämter. Wir als städtische Wirtschaftsförderung haben unsere Stellungnahme hierzu bereits sehr früh abgegeben.“ Offensichtlich wurde diese, obwohl inzwischen vier Monate vergangenen waren, nicht noch mal auf ihre Aktualität abgeklopft.

Versorgungsleitungen sind gekappt

Die Idee war, in den Räumen des ehemaligen Supermarkts Stände aufzubauen. Aber trotz intensiven Suchens seien keine interessierten Marktbeschicker gefunden worden. Zudem habe die Märkte Stuttgart GmbH den Standort abgelehnt, sagt Torsten von Appen. Er ergänzt: Mittlerweile sei die Ansiedlung eines Wochenmarktes in dem einstigen Lebensmittelladen sowieso nicht mehr möglich. Denn der ehemalige Betreiber, das Unternehmen Edeka, habe sämtliche Versorgungsleitungen gekappt.

Stadtrat ärgert sich über Antwort des OB

Auch Hans Pfeifer (SPD) hat die Antwort der Stadt auf den Antrag seiner Partei mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Er wisse sehr wohl, dass die Idee mit dem Wochenmarkt bereits im Mai gestorben sei, sagt der Stadtrat, der in Vaihingen lebt. „Bei der Beantwortung des Antrags ist innerhalb des Hauses viel schief gelaufen“, kritisiert Pfeifer und meint damit die Stuttgarter Stadtverwaltung. Aus Gründen, die er nicht genau kenne, habe die Stellungnahme des Referats für Städtebau lang auf sich warten lassen. „Das Ganze war kein besonders tolles Zeichen für die Arbeitseffizienz in den Ämtern“, sagt Pfeifer.

Das Ziel wurde verfehlt

Der Stadtrat meint damit auch jene Tatsache, dass die Beantwortung des Antrags mehr als vier Monate auf sich warten ließ. „Uns ging es eigentlich darum, dass noch vor der Schließung des Supermarkts etwas getan wird, damit erst gar keine Versorgungslücke entsteht“, sagt Pfeifer. Dieses Ziel sei gründlich verfehlt worden. Der Stadtrat hatte das bereits Mitte August in einem Schreiben angemahnt: „Die SPD-Gemeinderatsfraktion bedauert es sehr, dass nach unserer aktuellen Kenntnislage die Sorgen der Dürrlewanger um ihre Einkaufsmöglichkeiten nicht ernst genug genommen werden“, war darin zu lesen.

Fakt ist aber, dass noch immer keiner genau weiß, wie es mit dem Gelände an der Osterbronnstraße weitergeht. Wie mehrfach in unserer Zeitung berichtet, hat die Bietigheimer Wohnbaugesellschaft das Gebäude, in dem der Nah-und-Gut-Markt war, gekauft. Sie will dort einen neuen Supermarkt und Wohnungen bauen. Die Investition lohnt sich für das Bauunternehmen allerdings erst, wenn sie mehr Fläche zur Verfügung hat. Deswegen werden Gespräche mit den Eigentümern der Nachbargrundstücke geführt. Diese gestalten sich allerdings schwierig.

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