Hundebesitzer haben seltsame Spuren im Wald bei Musberg entdeckt. Foto: dpa

Die Stadt hat am Mittwoch Wege bei Musberg nach Giftködern abgesucht. Zwei Hunde wurden zuvor bei einer Tierärztin eingeliefert. Auch die Polizei ist eingeschaltet. Allerdings könnte sich die Angelegenheit als harmlose Spielerei erweisen.

Musberg - Rotbraune Häufchen haben in Leinfelden-Echterdingen für große Aufregung gesorgt. Unbekannte haben diese auf Waldwegen bei Musberg ausgelegt, berichteten Spaziergänger. In regelmäßigen Abständen hat man die farbigen Haufen auf dem Weg vom Wanderparkplatz nahe der Eselsmühle bis hinauf zum Waldkindergarten Sperling gefunden. Das städtische Ordnungsamt hat diese Hinweise sehr ernst genommen. Es ging der Frage nach, ob es sich dabei um Rattengift handelt, was für Hunde und andere Tiere, aber auch für Kleinkinder gefährlich ist. Zwei Hunde hatten die unbekannte Substanz gefressen und waren deshalb vorsorglich zur Tierärztin gebracht worden. Die Tierärztin schaltete die Polizei ein.

Gerd Maier, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, hat eine Mitarbeiterin des Gemeindevollzugsdienstes zum Wanderparkplatz geschickt. Sie suchte die besagten Wege nach Giftködern ab. Gefunden hat die Mitarbeiterin allerdings nur eine Spur von gefärbtem Sägemehl in Pfeilform. Amtsleiter Maier geht mittlerweile davon aus, dass es sich dabei um „Überreste“ eines Geländespiels handelt und damit nicht um bewusst gelegte Giftköder. Unklar ist derweil noch, was dem Sägemehl Farbe verlieh. Vermutlich kann aber Entwarnung gegeben werden.

Hunde behandelt

Wie es zu der Aufregung gekommen ist? Eine Bekannte hatte Grünen-Stadtrat David Armbruster Anfang der Woche von den rotbraunen Häufchen berichtet. Sie war mit ihren beiden Hunden im Wald unterwegs gewesen. Ihre Tiere haben die Haufen entdeckt und davon gefressen. Die Besitzerin hat sie daraufhin zu einer Tierärztin gebracht. Die Hunde wurden dort laut Armbruster mit Brechmittel behandelt. Ihnen gehe es gut, sagt er.

Das bestätigt auch ein Sprecher der Polizei. Die Ärztin habe die Polizei verständigt, sagt er. Die Medizinerin habe gegenüber der Hundebesitzerin den Verdacht geäußert, dass es sich hier um Rattengift handeln könne. Sie selbst wollte dazu gegenüber unserer Zeitung allerdings keine Stellung beziehen. Die Beamten haben eine Probe von dem Gefressenen genommen, diese wird untersucht, wenn es bei den Hunden doch noch zu Vergiftungserscheinungen kommen sollte.

Rattengift ist extrem gefährlich

Mit Rattengift ist nicht zu spaßen: „Rattengiftköder offen auszulegen, ist extrem gefährlich und fahrlässig“, sagt Jürgen Kemmner, Sachgebietsleiter der Stadtentwässerung in L.-E. „Wenn ein Hund Rattengift verschluckt hat, ist das ein akuter tiermedizinischer Notfall“, ist auf einer einschlägigen Seite im Internet nachzulesen. Die Stadtwerke legen zwar regelmäßig solche Köder aus – allerdings nur in den Kanälen. Dies wird regelmäßig gemacht, um die Population der Nager im Griff zu halten. Auch Bürger dürfen auf ihrem Grund und Boden Rattengift auslegen, sagt Kemmner. Um andere Kleintiere und auch Kleinkinder zu schützen, sollten ausschließlich Köderboxen aufgestellt werden. Die Ratten sind schmal genug, um in die Boxen kriechen zu können. Kinder und größere Tiere kommen aber nicht dran.

Wer Giftköder bewusst auslegt, geht Gefahr, sich strafbar zu machen. Kommen Hunde zu Schaden, muss der Täter gemäß des Tierschutzgesetzes mit einer Geldstrafe rechnen. Auch eine Haftstraße von bis zu drei Jahren kann verhängt werden.

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