Die Frauenklinik der Uniklinik in Freiburg.
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Angespannte Lage in Ulm, Tübingen, Heidelberg, Freiburg lasse 6,9 Prozent mehr Einkommen nicht zu.

Stuttgart - Die Unikliniken im Südwesten haben wenige Tage vor Beginn der Tarifrunde für ihre nicht-ärztlichen Beschäftigten die Verdi-Forderung zurückgewiesen. Die angespannte wirtschaftliche Lage der Häuser in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm lasse eine 6,9-prozentige Einkommenserhöhung, mindestens aber 250 Euro mehr, nicht zu, hieß es in einer Mitteilung des Universitätsklinik Heidelberg vom Montag. Von den Krankenkassen sei dagegen lediglich eine Steigerung der Budgets der Unikliniken um höchstens 1,48 Prozent zu erwarten.

Verdi und die Vertreter der Unikliniken treffen am kommenden Freitag in Stuttgart zum ersten Tarifgespräch für die 25 000 Krankenschwestern, medizinischen Fachkräfte und Techniker zusammen. Die etwa 5000 Ärzte an den Unikliniken im Südwesten fallen dagegen unter die Tarifbestimmungen des Landes. Verdi untermauert die Forderung auch mit dem Hinweis auf den Personalnotstand an den Kliniken, dem auch durch attraktivere Vergütung abgeholfen werden könne.

76 Millionen Euro zusätzliche Personalkosten pro Jahr

Die Lage der Unikliniken hat sich nach deren Angaben gravierend verschlechtert: So habe in Freiburg und Heidelberg nur mit Mühe ein negatives Ergebnis vermieden werden können; in Tübingen und Ulm sei das vergangene Geschäftsjahr bereits mit einem spürbaren Verlust abgeschlossen worden; in beiden Häusern sei Stellenabbau geplant. Die Umsetzung der Forderung von Verdi würde insgesamt zu zusätzlichen jährlichen Personalkosten von 76 Millionen Euro führen.

Nach Darstellung der Verhandlungsführerin für die Arbeitgeber, Irmtraut Gürkan, verdienen die Beschäftigten der Unikliniken ohnehin mehr als ihre Kollegen an kommunalen Häusern. Sie erhielten bis zu sieben Prozent mehr Gehalt.

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