Kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes wird bei Damaris ein aggressiver Brustkrebs festgestellt. Ihre Schwester startet eine Spendenkampagne, die regen Anklang findet.
Wenn das Leben gerade einen seiner glücklichsten Momente erreicht hat, kann das Schicksal dennoch mit voller Wucht zuschlagen. Damaris, eine 39-Jährige aus dem Kreis Esslingen, musste dies im Januar erleben: Fünf Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes bemerkte die 39-Jährige beim Stillen eine Anomalie in der Brust.
Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich: Die Ärzte diagnostizierten bei ihr Triple-negativen Brustkrebs – eine Krebsvariante, die als besonders aggressiv gilt, oft Metastasen bildet und gegen die einige der sonst üblichen Behandlungsformen unwirksam sind.
Damaris lässt sich nicht unterkriegen: „Schon immer eine Kämpfernatur“
„Anstatt die Zeit im Wochenbett mit ihrem Baby und ihrer Familie zu verbringen, musste sie sofort mit einer intensiven Chemotherapie anfangen“, erzählt ihre Schwester Lisa Widmann, die in Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis) lebt. „Damaris war schon als Kind eine Kämpfernatur – und jetzt will sie ihre Kinder erleben, sie aufwachsen sehen.“ Von den Chemo-Behandlungen laufe ihre Schwester sogar nach Hause – und dennoch: die Infusionen hinterlassen ihre Spuren.
Um ihre kranke Schwester beim Kampf gegen den Krebs und bei der Erholung von der Chemotherapie zu unterstützen, hat Widmann eine Online-Spendenkampagne ins Leben gerufen. Diese soll einen alternativmedizischen Wiederaufbau ihres Immunsystems finanzieren.
„Dies ist als Unterstützung der schulmedizinischen Behandlung gedacht, leider finanziert die Krankenkasse das nicht und die Kosten übersteigen die Möglichkeiten der Familie“, so Widmann. Voraussichtlich soll diese Behandlung im Anschluss an die Chemotherapie in einer Privatpraxis im Münstertal stattfinden.
Eine alternativmedizinische Behandlung soll die Chemo unterstützen
Die Spendenkampagne, welche die 41-Jährige auf der Plattform Gofundme veröffentlicht hat, stößt auf breite Unterstützung. „Ich danke Gott für jeden Spender“, sagt die religiöse Plüderhäuserin, die auch regelmäßig für ihre Schwester betet. Unter den Unterstützern seien viele Verwandte, Freunde und Bekannte der Familie. „Aber gestern hat zum Beispiel jemand 500 Euro gespendet, den wir überhaupt nicht kennen“, freut sie sich.
Bislang sind rund 14.000 Euro an Spendengeldern eingegangen. Wie hoch die Kosten sind, die auf ihre Schwester schlussendlich zukommen, lässt sich noch nicht komplett abschätzen. Allein für eine Intensivwoche, wie sie der Erkrankten vorschwebt, werden mehrere Tausend Euro fällig. „Die genauen Kosten sind abhängig vom Zustand meiner Schwester nach der Chemotherapie“, erklärt Widmann.
Sie hofft, dass durch die Unterstützung ihrer Schwester zumindest ein Teil der Last von den Schultern genommen wird. „Sie hatte sogar erwogen, sich trotz ihrer Krankheit mit Fitnesskursen etwas dazuzuverdienen. Aber ich finde, in ihrer Situation sollte sie sich keine Gedanken über das Geldverdienen machen müssen.“