Die Handballer der Spielgemeinschaft Böblingen-Sindelfingen verwandeln den alten Linoleumboden der Murkenbachhalle in Erinnerungsstücke. Der Erlös fließt in die Jugendarbeit.
Wenn an diesem Samstag, 25. April, die HSG Böblingen-Sindelfingen zu ihrem Heimspieltag in die Murkenbachhalle einlädt, wartet auf die Fans eine besondere Aktion: Die Handballer verkaufen Stücke des originalen Hallenbodens – und damit ein Stück greifbare Vereinsgeschichte.
Die Idee war bei einem gemütlichen Abend der beiden HSG-Mitglieder Daniel Harfmann und Sebastian Seibert entstanden. „Wir wollten den Leuten ein persönliches Stück Murkenbachhalle mitgeben – als Erinnerung an all die unvergesslichen Momente“, sagt der HSG-Pressesprecher Harfmann zur Motivation hinter dem Projekt. Gleichzeitig soll der Erlös vollständig der Jugendarbeit des Vereins zugutekommen. Je Stück rufen die Handballer einen Mindesterlös von 20 Euro auf – wer mag, kann auf Spendenbasis freilich aufstocken.
Als im Juni 2025 die Sanierungsarbeiten an der Halle begannen, griffen die beiden Initiatoren beherzt zu: Mit Erlaubnis der Stadt entnahmen sie Teile des ausgedienten Linoleumbodens aus den Entsorgungscontainern und lagerten sie zunächst ein. Was sonst auf der Deponie gelandet wäre, sollte eine neue Bestimmung erhalten. Die Halle erhielt für 2,5 Millionen Euro einen neuen Boden, neue Wandverkleidungen und neue Oberlichter.
Heraus kamen 200 individuelle Unikate
In diesem Jahr folgte dann die aufwendige Verarbeitung. Der Sponsor Bau- und Immoservice Ziegler stellte seine Betriebsstätte auf der Hulb zur Verfügung, in der der Boden in rund DIN-A5-große Stücke geschnitten wurde. „Es folgten viele, wirklich endlose Abende ehrenamtlicher Arbeit“, sagt Seibert. Konzept, Layout, Vermarktung – alles wurde in akribischer Kleinarbeit ausgearbeitet. Am Ende entstanden 200 individuell gelaserte Unikate, jedes ein Einzelstück mit eigener Nummerierung.
Schweiß, Siege und „Muba-Zauber“
Die Murkenbachhalle – von Fans liebevoll „Murkenburg“ genannt – sei für sie weit mehr als nur eine Spielstätte, so Harfmann und Seibert: Generationen von Handballern haben auf diesem Boden trainiert, gekämpft, sich geärgert oder gefeiert. Ob die Erfolge der SV Böblingen Handballer oder die Heimsiege der heutigen HSG – der Linoleumboden war stummer Zeuge unzähliger Emotionen. „Jedes Stück trägt die Spuren von Schweiß, blauen Flecken, grandiosen Siegen und der einzigartigen Stimmung, wenn unsere Fans den Muba-Zauber entfachen“, heißt es in der Ankündigung an die Vereinsmitglieder.
Da fast kein finanzieller Einsatz nötig war, handelt es sich um ein reines Non-Profit-Projekt. Jeder Euro fließt direkt in die Nachwuchsförderung der HSG. „Wir investieren in die Zukunft, während wir die Vergangenheit ehren“, bringen es die Initiatoren auf den Punkt.
Der Verkaufsstart am Samstag, 25. April, beim Heimspieltag soll bei den Fans auf großes Interesse stoßen – schließlich könnte die limitierte Auflage schnell vergriffen sein. Ob als Weihnachtsgeschenk, Wanddekoration oder als persönliches Andenken: Die Bodenstücke sind mehr als Linoleum. Sie sind ein Stück Böblinger Handballgeschichte zum Anfassen.
Verkaufsaktion
Heimspiel
Der Verkauf startet am 25. April 2026 beim Heimspieltag der HSG Böblingen-Sindelfingen in der Murkenbachhalle.
Preis
Je Unikat sollen 20 Euro erlöst werden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter hsg-boeblingensindelfingen.de