Kuriose Statistik auf Internetsex-Portal „Pornhub“ Falscher Raketen-Alarm auf Hawaii sorgt für Porno-Rekord

Von Markus Brauer 

„Rocket-Man“ Kim Jong-un: Der nordkoreanische Machthaber beobachtet im September 2017 den Testabschuss einer ballistischen Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12. Foto: AFP
„Rocket-Man“ Kim Jong-un: Der nordkoreanische Machthaber beobachtet im September 2017 den Testabschuss einer ballistischen Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12. Foto: AFP

Was machen Menschen, wenn sie in Panik geraten? Sie gucken Pornos. Das zumindest belegen die Klick-Zahlen des Online-Pornoportals „Pornhub“, die während des falschen Raketenalarms auf Hawaii registriert wurden.

Stuttgart/Honolulu - Erinnern Sie sich noch an die Szene aus der Slapstick-Komödie „Die Nackte Kanone“? Polizei-Lieutenant Frank Drebin (Leslie Nielsen) ist mit seiner Angebeteten Jane Spencer (Priscilla Presley) in deren Wohnung intim.

Während des ekstatischen Höhepunkts sieht man statt des seligen Paares sich abwechselnde Filmsequenzen, darunter eine startende ballistische Interkontinetalrakete.

Kuriose Sex-Statistik

Was haben eine Atomrakete und Sex miteinander zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick meinen könnte. Das Sex-Videoportal „Pornhub“ hat jetzt eine kuriose Statistik veröffentlicht, die zeigt, dass nach dem Raketen-Fehlalarm am 13. Januar auf Hawaii die Lust der Inselbewohner auf erotische Internetclips exorbitant angestiegen war.

„Ballistic Missile threat inbound to Hawaii“

Einer SMS der Katastrophenschutzbehörde EMA zufolge war an diesem Tag eine ballistische Interkontinentalrakete (mutmaßlich aus Nordkorea) im Anflug auf den 50. Bundesstaat der USA. Die Hawaiianer wurden aufgefordert, sofort Schutzräume aufzusuchen.

Auf die Raketen-Panik folgte der Porno-Höhepunkt – zumindest aus Sicht von „Pornhub“. Das Online-Sexportal erlebte ein hawaiianisches Klick-Allzeithoch. Laut den Daten griffen 48 Prozent mehr Hawaiianer als im Durchschnitt auf die erotischen Seiten zu.

Die Fehlalarm-Info muss auf die Hawainer so befreiend gewirkt haben, dass sie ihrer Erleichterung noch zu leben und nicht in Asche verwandelt worden zu sein in einer virtuellen sexuellen Ekstase zum Ausdruck brachten.

Phallus und Raketen

Der Phallus – das erigierte Geschlechtsorgan des Mannes – genießt in der Kulturgeschichte ein besonderen Status als Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit. Von ihrer äußeren Erscheinung her ähneln ballistische Raketen einem riesigen Phallus. In der Kunstgeschichte wird die stark vergrößerte Nachahmung des Phallus – etwa in der griechischen Antike – auch Ithyphallos genannt.

Anders als beim sexuellen Akt, bei dem es um Liebe und die Zeugung von Leben geht, bringen Raketen jedoch nur Tod und Zerstörung.

Raketen-Männer

Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich (1897-1957), der als Vater der sexuellen Revolution gilt, ist der Ansicht, dass Neurosen (eine Form der psychischen Störung) aufgrund angestauter Libido entstehen. Reich zufolge weisen alle Neurotiker mehr oder weniger deutlich gestörte Beziehungen zur Sexualität auf.

Fakt ist: Wer damit droht, eine ballistische Rakete auf bewohntes Gebiet abzuschießen, um möglichst viele Menschen zu töten, kann nicht bei Sinnen sein. Insofern hat Wilhelm Reich mit seiner These recht: Ein solcher „Rocket Man“ (Raketen-Mann – so hat US-Präsident Donald Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un tituliert) muss ein Neurotiker sein.

Fakt ist auch: Die Gefahr, dass aus dem Nervenkrieg zweier Egomanen ein echter Krieg mit echten Raketen wird und es nicht bei einem Fehlalarm auf Hawaii bleibt, ist nicht zu unterschätzen.

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