Kuriose Aktion bei US-Open Tennis-Schiedsrichter wird zum Mentalcoach für Nick Kyrgios

Von red/SID 

Nick Kyrgios lag nach einem verlorenen ersten Satz bereits mit 0:3 im zweiten Satz zurück, als ihn Schiedsrichter Mohamed Lahyani ansprach. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Nick Kyrgios lag nach einem verlorenen ersten Satz bereits mit 0:3 im zweiten Satz zurück, als ihn Schiedsrichter Mohamed Lahyani ansprach. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Der australische Tennisspieler Nick Kyrgios hat offenbar dank der Hilfe eines Schiedsrichter sein Zweitrundenmatch noch gewinnen können. Der Unparteiische wird für seine Aktion kritisiert.

New York - Tennis-Schiedsrichter Mohamed Lahyani hat bei den US Open anscheinend seine Rolle als Unparteiischer vergessen und mitten im Match versucht, den Australier Nick Kyrgios aufzumuntern. „Ich will Dir helfen. Ich habe Deine Matches gesehen, Du tust dem Sport gut“, sagte Lahyani zu Kyrgios, der zu diesem Zeitpunkt gegen Pierre-Hugues Herbert aus Frankreich 4:6, 0:3 zurücklag. Der Marokkaner war dazu extra von seinem Stuhl gestiegen. Die aufbauenden Worte zeigten Wirkung. Kyrgios (23), zuvor weit von seiner Bestleistung entfernt, gewann das Zweitrundenmatch 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:0.

Den Vorwurf, Lahyani habe ihn gecoacht, bezeichnete Kyrgios später als „lächerlich“. Das Gespräch habe ihm auch nicht geholfen. Für Herberts Geschmack hatte der Referee dennoch eine Grenze überschritten. Welche Rolle das für den Ausgang des Matches hatte, wollte er nicht bewerten. „Alles, was ich weiß, ist, dass Nick von diesem Zeitpunkt an ein anderer Spieler war.“

Federer kritisiert Schiedsrichter Lahyani

Oberschiedsrichter Brian Earley ließ über den amerikanischen Tennisverband USTA mitteilen, dass sich Lahyani nur nach Kyrgios’ Gesundheit erkundigen wollte und aufgrund der Lautstärke auf dem Platz vom Stuhl gestiegen sei. Das wiederum ärgerte Herbert maßlos. „Die wollen uns wohl auf den Arm nehmen“, schrieb er bei Twitter.

Herbert kritisierte Lahyanis Verhalten, beruhigte allerdings zunächst die Gemüter. „Er hat einen Fehler gemacht. Dafür sollte er bestraft werden. Aber er ist auch nur ein Mensch so wie ich. Auch ich mache Fehler“, sagte der 27-Jährige. Dennoch warte er immer noch auf eine plausible Erklärung. Unterstützung bekam Herbert von Roger Federer, in der dritten Runde Kyrgios’ Gegner. „Ein Schiedsrichter sollte seinen Stuhl nicht verlassen“, sagte der Schweizer: „Ich weiß nicht, was er gesagt hat, es ist mir auch egal. Er war zu lange unten, es war ein Gespräch, das kann deine ganze Denkweise ändern.“

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