Die Schutzpatin – gemalt von Kindern von Mitarbeitern der PSD-Bank. Foto: Ines Blersch

Rund 10.000 Euro hat das Stuttgarter Frauenhaus bei der letzten Kunstversteigerung erhalten. Dieses Mal gibt es das Doppelte an Werken – Organisatorin Christiane Scheuing-Bartelmess hofft auf doppelte Einnahmen.

Stuttgart - Ein grünes Bild mit rot-weißen Verzierungen, die, wenn man genau hinschaut, verschiedene Frauengesichter zeigen. Auf der anderen Seite des Raums hängt ein kleines Gemälde von einer Frau in roten Strapsen und mit roten Haaren, in dunklen Farben gemalt. „Wir haben hier 53 Bilder ausgestellt“, sagt Christiane Scheuing-Bartelmess, die die Bilder im zweiten Stock des Rathauses aufgehängt hat.

Als Pressereferentin des Vereins Frauen helfen Frauen organisiert sie zum zweiten Mal die Kunstversteigerung. Das Motto lautet dieses Jahr: Unschlagbar. Unschlagbar sollen laut der Organisatorin die Frauen nun sein, unschlagbar die Aktion für das Haus. Die ausgestellten Bilder zeigen dafür überwiegend Frauen in verschiedenen Emotionen, Atmosphären und Stilen.

2012 erhielt das Frauenhaus durch die erste Versteigerung 10.000 Euro. Dieses Mal gebe es doppelt so viele Bilder wie zuletzt, Scheuing-Bartelmess erhofft sich dadurch einen verdoppelten Gewinn. „Für das Frauenhaus wäre es gut, dieses Mal steht ein größeres Projekt an“, sagt sie.

Bis zum Sommer 2015 muss das Frauenhaus umgezogen sein, der Mietvertrag wurde seitens der Vermieter gekündigt. Ein neues ­Objekt gebe es bisher nicht. Wichtig sei, sagt Frauenhaus-Mitarbeiterin Heidi Graf-Knoblauch, dass es mindestens Platz für 30 Frauen mit Kindern gibt und ein Sicherheitskonzept umgesetzt werden kann. Dieses beinhaltet unter anderem, dass es für die Frauen Notschalter gibt, mit denen die Polizei alarmiert werden kann. Zudem können die Frauen bei einem gesicherten Haus ihre Adresse angeben und Freunde einladen – bis jetzt sei dies nicht möglich, da die Einrichtung durch Anonymität Schutz geben will. „Neben dem gesicherten Haus wollen wir aber zusätzliche Wohnungen einrichten, in denen die Frauen weiterhin anonym wohnen können“, sagt Graf-Knoblauch, „das ist vor allem für die notwendig, die Morddrohungen bekommen oder verfolgt werden.“

19 Frauen mit 17 Kindern wohnen derzeit im Frauenhaus, die von Gewalt betroffen waren. Laut Graf-Knoblauch ist die Anfrage nach Plätzen im Frauenhaus meist größer.

Mit der Kunstversteigerung soll nicht nur das Haus ermöglicht werden, sondern vor ­allem auf das Thema Gewalt an Frauen und Kindern aufmerksam gemacht werden.

Als Scheuing-Bartelmess am Montag die aufgehängten Bilder betrachtet, sind, neben Künstlern und Mitarbeitern des Frauenhauses, auch Bürgermeisterin Isabel Fezer und Klaus Rinkel, stellvertretender Bundesvorsitzender des Hartmannbunds dabei. Beide loben die Arbeit des Frauenhauses, und Fezer erzählt, wie sie vor zwei Jahren bereits ein Bild ersteigert hätte – und dass sie schon jetzt wieder eines entdeckt habe.

40 Künstler, darunter hauptberufliche und solche, die als Hobby malen, haben die 52 Werke erschaffen und dem Frauenhaus geschenkt. Manche Künstler malten nur für das Projekt, andere, wie Conny Luley, hätten aus ihrer eigenen Ausstellung eines entbehrt. „Die bunten Farben, die verschiedene Schwingungen auf meinem Bild zeigen, sollen den Frauen positive Stimmung geben und sie fröhlich machen“, sagt Luley.

Die Vernissage zur Ausstellung findet an diesem Mittwoch um 18 Uhr im zweiten Obergeschoss des Rathauses statt.

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