Ulrike Blum, Patrick Müller, Wolfgang Sperber und Jochen Keltsch (von links) mit einem Bild der ukrainischen Künstlerin Anastasiya Nesterova. Foto: Evangelischer Kirchenbezirk Esslingen/Ulrike Rapp-Hirrlinger

Die Aichwalder Kunsttage präsentieren Werke der ukrainischen Künstlerin Anastasiya Nesterova. Ihre idyllischen Landschaften bergen unerwartete Tiefen. Was steckt dahinter?

Menschenleere Landschaften, in denen der Betrachter bei genauer Betrachtung aber auch die Spuren, die der Mensch hinterlassen hat, erkennen kann: Die Motive der Werke der ukrainischen Künstlerin Anastasiya Nesterova wirken nur auf den ersten Blick idyllisch. Von 14. bis 23. November sind 83 ihrer Arbeiten bei den Kunsttagen in Aichwald zu sehen.

 

Es ist die 20. Ausstellung, die der Kunstverein Aichwald in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der evangelischen Kirche veranstaltet. Zu den Aichwalder Kunsttagen werden jedes Jahr eine namhafte Künstlerin oder ein Künstler nach Aichwald geholt mit dem Ziel, hochwertige Kunst mitten ins Gemeindeleben zu holen, wie es in einer Pressemitteilung der Veranstalter heißt.

Begeisterung auf der Art Karlsruhe: Nesterova überzeugt Kunsttage-Team

Das Organisationsteam der Kunsttage war Nesterova zufällig auf der Art Karlsruhe begegnet. Die Begeisterung über deren Werke sei gleich groß gewesen, erinnert sich Ulrike Blum, die zweite Vorsitzende des Vereins. Zudem passe es in die Zeit, eine ukrainische Künstlerin für die diesjährige Ausstellung „Aichwalder Kunsttage“ auszuwählen, sagt Patrick Müller, der Vereinsvorsitzende. Nesterova ist den weiteren Angaben zufolge 1979 als Kind einer ukrainischen Künstlerin und eines russischen U-Boot-Kommandanten auf der Krim geboren. Seit zwei Jahrzehnten lebe sie als freischaffende Künstlerin in Deutschland.

Die Wahl sei auf Anastasiya Nesterova gefallen, „weil sie mit ihrer Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Bildsprache überzeugt. Die Ukrainerin zeichnet auf Stein, kratzt auf Metall, schneidet in Holz und malt in Öl auf Leinwand oder Nessel. Motive sind die bereits genannten menschenleeren Landschaften. „Die Bilder wirken idyllisch, aber der Betrachter kann dahinter auch Problematisches, Bedrohliches wie etwa den Klimawandel sehen“, erklärt Wolfgang Sperber.

Vernissage in Aichwald-Schanbach am 14. November

Die Ausstellung wird am Freitag, 14. November, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Schanbach, Hauptstraße 30, eröffnet. Es sprechen neben der Künstlerin selbst Dekan Klaus-Peter Lüdke, Bürgermeister Andreas Jarolim und Andreas Baur, der ehemalige Leiter der Esslinger Galerie Villa Merkel. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage vom Cello-Quartett CelliDolci.

Die Ausstellung im Evangelischen Gemeindehaus, Gartenstraße 10 in Aichwald-Schanbach, ist jeweils samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: www.aichwalder-kunsttage.de.