In der Johanneskirche stellt der Künstler MM Kristbergh aus. Foto: factum/Bach

Beim Kunsttag „Made in Münchingen“ zeigen am Sonntag, 11. September, diverse lokale Künstler ihre Arbeiten. Von Acrylbildern über Bildhauerei bis zur Architektur ist alles dabei.

Korntal-Münchingen - Ob Bildhauerei, Skulpturen oder Acrylmalerei: künstlerisch tut sich in Korntal-Münchingen einiges. Dass das nicht nur für den Stadtteil Korntal gilt, zeigt nun spätestens der Kunsttag „Made in Münchingen“, der am Sonntag zum ersten Mal stattfindet. Münchingen wird dabei zur Kunst- und Flaniermeile.

Gvido Esmanis, selbst freischaffender Künstler aus dem Ort, hat die Veranstaltung ins Leben gerufen. In seinem Atelier auf einem alten landwirtschaftlichen Hof hat er in der Vergangenheit schon zum „Offenen Stall“ eingeladen und gemeinsam mit anderen Künstlern seine Werke gezeigt. „Dann hatte ich die Idee, das Ganze zu erweitern“, sagt Esmanis – ähnlich den Korntaler Kunsttagen, die alle zwei Jahre stattfinden. Er kannte einige andere Münchinger Kunstschaffende und hatte die Vermutung, „dass es noch viele andere Künstler hier gibt“.

Ein breites Spektrum

Im Amtsblatt und in Gesprächen hat Esmanis dann Werbung für den neuen Kunsttag gemacht und Künstler eingeladen, sich zu beteiligen. Wichtig war ihm nach eigener Aussage ein möglichst vielfältiges Angebot. 30 Kunstschaffende sind nun dabei, sie sind Bildhauer, Maler und Zeichner, sie machen Collagen, Reliefs und Holzarbeiten. Der Kunstbegriff erstreckt sich bis zur Literatur: Im Heimatmuseum liest die Autorin Gabriele Schmid. Über den Tag verteilt treten Musiker und Bands auf.

Nur Münchinger Künstler – fast

Gvido Esmanis war es wichtig, dass es ein Spannungsfeld gibt aus Profis, Semi-Profis und Amateuren. „Ich wollte keine Kunst auf höchstem Niveau, sondern ein breites Spektrum zeigen“ – und somit der Bevölkerung vor Augen führen, was alles in Münchingen entsteht. Menschen, die im heimischen Wohnzimmer für sich selbst malen, sind nun ebenso dabei wie solche, die international ausstellen. Rund um den Ortskern wird den Besuchern an zahlreichen Stellen etwas geboten. Viele Ateliers sind ebenso geöffnet wie Scheunen und Ställe, andere stellen in der Albert-Buddenberg-Halle aus. Auch im Schloss, in Gärten und Lagerschuppen sowie im Jugendtreff wird Kunst geboten.

Dass explizit Kunst aus Münchingen gezeigt werden soll, macht schon der Titel „Made in Münchingen“ deutlich. Esmanis ist dieser Punkt sehr wichtig. Von einer „Schatztruhe“ spricht er, wenn er über die heimische Künstlerszene redet. Ein paar Künstler, die bei „Made in Münchingen“ mitmachen, stammen aber nicht aus dem Ort. „Es haben sich doch tatsächlich Korntaler erdreistet, sich zu melden“, sagt Esmanis mit ironischem Unterton und lacht, ganz ernst gemeint ist die Entrüstung natürlich nicht. Er habe erst abgesagt und dann darüber nachgedacht, sagt Esmanis, denn eigentlich sollte es schon auf Münchingen beschränkt sein. Dann aber hat er sich doch dafür entschieden, das Feld auch geografisch zum anderen Stadtteil ein Stück weit zu öffnen. „Die Grenzen zwischen Korntal und Münchingen existieren ja nach wie vor“, sagt Esmanis – er habe deshalb die Hand reichen wollen: „Kunst vereint schließlich.“

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