Timo und Anna haben am Freitag in Milchtüten geritzt und dann gedruckt. Foto: Malte Klein

Der Tag der offenen Tür der Kunstschule in Filderstadt-Plattenhardt hat zahlreiche Besucher angelockt.

Plattenhardt - In den Räumen der Kunstschule Filderstadt in Plattenhardt haben viele Kinder am Freitagnachmittag gemalt, gewerkelt und gedruckt. Das tun sie dort zwar sonst auch, aber an diesem Nachmittag, dem Tag der offenen Tür, kamen viele Eltern mit ihren Kindern in die Räume. Der achtjährige Lenny sägte aus einer Holzplatte ein Flugzeug, während seine Mutter daneben saß und zuschaute. „Er war schon mal während der Ferien hier“, sagte sie. Ihren Namen möchte sie allerdings nicht verraten. „Die Kunstschule hat ein gutes Angebot. Wir schauen mal, was die Kinder hier sonst noch so entdecken. Wir lassen uns von ihnen leiten“, sagte die Frau.

Ein paar Räume weiter malten Kinder mit Federn oder einfach mit ihren Händen auf die Wand. Dieser abgedunkelte Raum ohne Fenster, nach dem Pädagogen Arno Stern Closlieu genannt, war ihre Höhle. Die Dozentin Juliane Seidel gab ihnen Hilfestellung, indem sie die Umrisse eines Mammuts auf Packpapier an der Wand projizierte. Auf einem Tisch in der Mitte standen Farben. Während Seidel den Kindern half, ordnete ihre Kollegin Manu Kallinger von der Kunstschule dieses Malen im Dunkeln ein: „Die Kinder malen hier ganz konzentriert und sind ganz bei sich.“ Wer in die Höhle wollte, konnte durch eine Röhre kriechen oder als Erwachsener einen Vorhang beiseite schieben. So kam auch Nooshin Basilico rein. „Wir wohnen ganz in der Nähe und unsere Tochter Matilda besucht den Kurs Werkstatt der Fantasie“, erzählte Basilico. Dabei malt, gipst und bastelt sie. „Es ist toll, was hier alles für Kinder angeboten wird“, sagte die Mutter.

Seit 25 Jahren gibt es den Tag der offenen Tür

Ali Schüler leitet die Kunstschule und erklärte das Konzept: „Wir möchten die Menschen begleiten und ein wichtiger Teil ihres Lebens sein. Manche Kinder bleiben über Jahre, andere kommen später als Erwachsene wieder.“ Egal zu welcher Altersgruppe sie gehören, Schüler und die 70 Dozenten bringen ihnen bei, schöpferisch tätig zu sein. Es kommen auch schon Anderthalbjährige zum Kritzeln. Die Vielfalt der Kunstschule ist groß: „Wir bieten hier und in unseren Außenstellen alle möglichen Techniken an, wie Aquarell und Acrylmalerei, Holzschnitt und auch Schweißen.“ Das Einzugsgebiet geht weit über Filderstadt hinaus bis Tübingen, Göppingen, Schorndorf und Stuttgart.

Den Tag der offenen Tür bietet die Kunstschule seit 25 Jahren an. „Den machen wir zum Semesterende. Dann zeigen die Schüler, was sie im Semester gemacht haben“, sagte Barbara Grupp als Leiterin der Jugendkunstschule. An den Wänden und in den Workshop-Räumen waren darum Bilder, Gebasteltes und sogar Installationen zu sehen. Manche davon waren in Kunstprojekten in Schulen und Kindergärten entstanden, die Grupp und ihre Kollegin Manu Kallinger betreuten. Bei den zahlreichen Workshops am Tag der offenen Tür probierten manche Besucher auch mal was ganz Neues aus, wie zum Beispiel Milchtütendruck. Dazu ritzten sie in ein Teil einer Packung etwas rein und druckten das auf Farbe. Bei Anna war das ein Pferd und bei Timo ein Gesicht.

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