Sein Kunstrad hängt er jetzt an den Nagel: Simon Köcher verabschiedet sich vom Publikum. Foto: Wilfried Schwarz

Am Ende wurde es nochmal emotional. Die letzte Runde des Kunstrad-Weltcups in Nebringen war auch der letzte Wettkampf überhaupt für Simon Köcher vom RSV Öschelbronn. Er wurde Dritter.

Zum Abschluss der vierteiligen Kunstrad-Weltcup-Serie sorgte der RSV Öschelbronn als Ausrichter des Finales für perfekte Verhältnisse in Nebringen.

 

Mit großem Beifall wurde Simon Köcher vom Gastgeberverein auf die Wettkampffläche geschickt, schließlich war es die letzte Veranstaltung für ihn vor seinem Karriereende. Und er sollte die Halle nicht enttäuschen. Der Lenker-Handstand gleich zu Beginn und der Maute-Sprung vom Sattel auf den Lenker bei rollendem Rad sollten perfekt gelingen. Beim zweifachen Drehsprung musste der Lokalmatador kurz absteigen, reihte danach aber gleich routiniert und gekonnt die restlichen Übungen aneinander. Mit einem lauten „Yes“ bei der letzten Übung, dem Kehrstandsteiger rückwärts, und geballter Faust stieg er schließlich ab. Zufrieden winkend genoss er den Applaus. 183,42 Punkte standen auf der Anzeigetafel. Dafür gab es Standing Ovations und Rang drei in der Gesamtwertung nach vielen Höhen und Tiefen während seiner aktiven Laufbahn.

Direkt nach der Kür bedankte sich Simon Köcher mit einer herzlichen Umarmung für die 18 Jahre Unterstützung bei seinem Vater und RSV-Vorstand Thomas Köcher, der ihn ständig begleitet. Die obligatorische Ehrenrunde konnte er genießen und vergaß dabei auch nicht, seinen ersten Coach Anton Eipper in den Arm zu nehmen. „Ich komme nicht mehr zurück“, betonte Simon Köcher schmunzelnd nach der Verabschiedung. „Und wenn, dann werde ich nur auf den Zuschauerrängen Platz nehmen.“

Bundestrainer Dieter Maute meinte: „Du hast immer wieder alles offen angesprochen, und wir haben viel diskutiert. Ich werde dich vermissen.“ Thomas Köcher plauderte derweil aus dem Nähkästchen: „Du hast dich immer geärgert, wenn jemand gesagt hat, dass du viel Talent hast. Du hast dich dann gefragt: Wenn ich so viel Talent habe, warum muss ich dann so viel trainieren?“ Seine langjährige Trainerin Yvonne Wörner überraschte ihn mit vielen Utensilien, die sie an ihn erinnern: Schwarze Puma-Socken, Bananen, die nie fehlen durften, Adiletten für die Dusche, ein Handtuch mit dem Weltcup-Plakat drauf zum abtrocknen und ein kleines Holz-Kunstrad, das Simon Köcher sich in die Wohnung stellen kann.