Start auf dem Eis (v.l.): Felix Rapp, Bernd Vöhringer, Hanno Kreuter und Christian Gangl Foto: /STS

Auf dem Grünen Platz in der Innenstadt von Sindelfingen eröffnet am Donnerstag eine Kunsteisbahn. Die Wirtschaftsförderung erhofft sich Impulse.

Die ersten Schwünge sind noch etwas zaghaft, doch dann gleitet Sindelfingens Erster Bürgermeister Christian Gangl gekonnt über das Sindelfinger Eis. Das allerdings ist gar keines: Der schneeweiße Untergrund der Eisbahn auf dem Grünen Platz in Sindelfingen besteht aus einem synthetischen Kunststoff. Der guten Laune bei der feierlichen Eröffnung um 15 Uhr tat das keinen Abbruch. Bei Glühwein, Gulasch und Waffeln gaben die Offiziellen den Startschuss.

 

Das Projekt ist eine Kooperation der Stadtverwaltung Sindelfingen, der Wirtschaftsförderung und des City-Marketing. Finanziert wird es zum Teil aus einem Fördertopf des Bundes zur Belebung von Innenstädten. Der Sindelfinger Wirtschaftsförderer Felix Rapp erhofft sich davon Impulse für den vorweihnachtlichen Handel in der Innenstadt: „Ab 20 Euro Umsatz gibt es bei teilnehmenden Händlern eine Stunde Fahrt und ein Paar Leih-Schlittschuhe gratis“, sagt er. Das soll vor allem Familien ins Zentrum locken. Gastronom Kai Hammami mit seinem Team betreibt den Glühwein- und Waffelstand mitsamt angegliedertem Schlittschuhverleih in den Größen 25 bis 47. Wer auf den Kufen noch unsicher ist, der schnappt sich einen der Hilfs-Eisbären.

Wer der Ideengeber der Kunsteisbahn sei, lasse sich nicht mehr nachvollziehen, sagt der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer, der sich ebenfalls über die Aktion freut. Die Idee existiere schon seit einigen Jahren, zuletzt sollte sie vor zwei Jahren realisiert werden, fiel aber Corona zum Opfer. Nun passte alles zusammen und mit dem Grünen Platz auf dem ehemaligen Post-und Volksbank-Areal war der richtige Ort gefunden. Wenngleich der Aufbau der zehn auf 20 Meter großen Bahn kein ganz einfaches Unterfangen war.

Konstruktion ruht auf 550 Europaletten

„Wir mussten Höhenunterschiede von bis zu 80 Zentimetern ausgleichen.“ Die ganze Konstruktion ruhe auf 550 Europaletten, 250 davon allerdings nur zum Ausgleichen der Topografie. „Auf der einen Seite liegen drei Lagen darunter, auf der anderen fünf“, sagt Vöhringer. Zur Eröffnung war alles fertig, eine Traverse überspannt die Bahn und trägt eine Discokugel für die richtige Stimmung auf dem (Kunst-)eis. Neben dem Vorteil, dass die Bahn keine Kühlenergie benötigt, ist sie pflegeleicht. „Wir müssen sie vermutlich nur einmal pro Woche mit der Maschine polieren“, sagt Hammami. Die Bahn wurde als Komplettpaket gemietet und soll bis Mitte Januar an Ort und Stelle stehen.

Die Schlittschuhbahn Montag bis Freitag ist jeweils von 14 bis 22 Uhr geöffnet; am Wochenende und in den Ferien von 10 bis 22 Uhr. Der Eintrittspreis für eine Stunde Schlittschuhfahren liegt bei 2 Euro für Kinder, 4 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Familien.