Sie sind verantwortlich dafür, dass die Betonwand bunt bemalt wurde. Foto: /Avanti/Ralf Poller

Finanziert wurde das Projekt von mehr als 40 Spendern aus Erdmannhausen. Gefeiert wurde die neu bemalte Wand bei am Samstagvormittag.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt der Volksmund. Für Erdmannhausen trifft dies offensichtlich zu. Dementsprechend viele frohe Gesichter gab es am Samstag. Da wurde nämlich das neue Antlitz der bislang als Schandfleck angesehenen, zwanzig Meter langen Betonwand präsentiert. An ihr gehen die Bürger von der Mittelstraße aus, etwa zum Parkplatz hin, täglich vorbei.

 

„Mit hässlichen Schmierereien und unflätigen Sprüchen war sie versehen. Eine Zumutung auch für die Bewohner, die darauf blickten“, ärgert sich Anwohner Joachim Lösing noch im Nachhinein über die Mauer, die in den Pfingstferien von den jüngsten Bürgern der Gemeinde sowie den Künstler-Brüdern Felix und Manuel Seiter bemalt wurde. In die Hand genommen und realisiert, hat die seit Jahren angedachte Aktion, schließlich das Projektteam der Orts-Grünen.

Besonders Maren Wöhrbach, die seit Kurzem Mitglied der Grünen Ortsgruppe ist, wollte aktiv ein Zeichen gegen die zunehmenden Schmierereien in Erdmannhausen setzen, dachte aber zunächst an die Bus-Haltestelle. Ihr war zudem wichtig, „mal wieder etwas für die Jugendlichen anzubieten“. Also hat sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und eine Projektgruppe wurde gegründet. Jahre zuvor hatte schon Heidi Wolf, die mit ihrem Mann Reinhard, Eigentümerin der Wand ist, einige Male Anlauf genommen, um etwas gegen den Schandfleck zu unternehmen. Sie hatte sich an die Jugendhaus-Leitung des Calypso gewandt, damit in einer angedachten Mal-Aktion, die Fläche Verschönerung erfahre. „Doch da war dann so häufig Personalwechsel, dass das Projekt einfach nicht auf die Beine kommen wollte. Ich hatte die Idee inzwischen fast aufgegeben“.

Doch für Heidi Wolf überraschend wurde sie nun von den Grünen aufgegriffen, die im Rückblick betrachtet, ganz vielen eine Freude damit gemacht haben: Den Bürgern, weil die neue Wand mit ihren vier „Erdmannhausen-Motiven“ Brezel, Ähren, Wappen und Kirchturmspitze viel hermacht und in neuem Glanz erstrahlt; aber auch allen Beteiligten. „Es war so schön zu erleben, wie hierbei ganz Kleine mit den Größeren zusammen gewirkt und aufeinander geachtet haben“, erzählt Wöhrbach begeistert. „Die Jüngste war zwei, der Älteste 17“, so die engagierte Frau, die sich über das sichtbare Ergebnis freut.

„Selbst die Kleinsten konnten sich beim farblichen Grundauftrag mit dem Pinsel austoben. Später, als die Motive immer kleinteiliger wurden, haben sie dann auf bereitgestellten Plakaten weiter gemalt“. Intensiv begleitet wurde die Mal-Aktion vom Grünen-Projektteam, bestehend aus Wöhrbach, Monika Lesny-Ruoff, Joachim Lösing und Laura Marotta. Letztere hat auch die beiden Marbacher Künstler ins Boot geholt.

Diese vier haben gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen nicht nur viel Spaß gehabt, sondern auch ihre Expertise eingebracht und fleißig diverse Pinseltechniken mit den Kindern erprobt. Außerdem haben alle standhaft dem heftigen Regen getrotzt, der in dieser Phase die Malaktion erschwert hat. Doch helfende Hände gab es viele: Planen und Pavillons wurden bereit gestellt, um den künstlerischen Eifer nicht zu verdrießen.