Die Geislinger Malerin Gabriele Glang umarmt hier zwei ihrer Seerosenbilder. Foto: Ines Rudel

Vom Februargrün bis zum spätsommerlichen Farbenfeuerwerk reicht die Palette, die Gabriele Glangs Bilder zu bieten haben – und immer spielt Wasser mindestens eine Nebenrolle.

Rechberghausen - So oft wie möglich schnappt sich Gabriele Glang ihre Utensilien, denn es zieht sie hinaus zum Malen in die Natur. Und weil die deutsch-amerikanische Künstlerin aus Geislingen seit den Familienferien an der amerikanischen Ostküste das Element Wasser liebt und sucht, hat sie sich in ihrer neuen Heimat neben den Teichen und Tümpeln vor allem auch der Fils anvertraut. In ihrer Ausstellung „Wasserläufe“ in der Kulturmühle Rechberghausen zeigt die Malerin dazu nun Pastellbilder.

Die Fils verschafft sich Gehör

„Wer das Wasser malen will, muss gut zuhören“, erklärt Glang ihre Arbeitsweise, denn so ein Fluss wie die Fils verschaffe sich je nach Wasserstand mal gluckernd und plätschernd, aber auch sprudelnd und tosend Gehör. Seit Glang vor drei Jahren ihr Atelier in der Wiesensteiger Mühle bezogen hat, habe sie den Klang des Wassers ständig im Ohr. Und tatsächlich hat Glang, begleitend zur Ausstellung, eine Kostprobe des Fils-Sounds nach Rechberghausen an das Ufer des Marbachs mitgebracht.

Glang ist eine Vollblutlandschaftsmalerin

Natürlich gehöre auch das Schauen zu ihrer Arbeit berichtet die Geislingerin, die es dazu immer wieder in das obere Filstal ziehe, wo sich der schmale Fluss noch leise murmelnd durch die Wiesen windet. Als Vollblutlandschaftsmalerin zücke sie dann den Skizzenblock, aquarelliere in ein Tagebuch oder greife gleich zu den geliebten Pastellkreiden, um ein Panorama festzuhalten, erzählt sie. Mal sind diese Arbeiten vielschichtig vom Vorder- zum Hintergrund durchkomponiert wie beispielsweise eine Winterstudie der Fils, die unzählige Tonstufen von Weiß bis Schwarz zu bieten hat. Eine Technik, die Glang nach eigenen Worten auch gerne bei ihren Workshops und Malreisen vermittle. Mal bedient sich die Künstlerin der eher traditionellen Sehgewohnheiten ihres amerikanischen Backgrounds, wie sie es nennt, und dann nehmen ihre Landschaften einen weichen, fast impressionistischen Ausdruck an.

Vom Februargrün bis zum spätsommerlichen Farbenfeuerwerk

Gerne zoomt die Malerin aber auch ganz nah an die Wasseroberfläche heran und führt die Betrachter ihrer Arbeiten dabei mitten ins Geschehen. So entstünden Strukturen, bei der sie mit der Bewegung spiele, erklärt Glang. Den Gang durch die Ausstellung „Wasserläufe“ hat die Künstlerin so konzipiert, dass die Besucher gleichzeitig die Jahreszeiten durchschreiten. Zu sehen sind das frische Februargrün und die in helles Frühlingslicht getauchte Fils bei Deggingen sowie Studien bei Bad Ditzenbach. Modell standen auch die Seerosen, die den Teich im Glangschen Sommergarten schmücken, bevor ein spätsommerliches Farbenfeuerwerk den nahenden Herbst einläutet.

Winterliche Abstecher an die vereiste Böhme bei Soltau inklusive, endet der Gang bei Glangs neuesten Arbeiten aus diesem Frühjahr. An mehreren sonnigen Tagen seien innerhalb von einer Woche 13 Bilder vom Oberlauf der Fils entstanden, berichtet die Malerin, die die meditative und ruhige Stimmung dieser Landschaft in ein Spiel aus Licht und Schatten umgemünzt hat.

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