Zahlreiche Menschen beteiligen sich auf dem Marktplatz an der Solidaritätskundgebung für Israel. Parallel dazu dauert eine Pro-Palästina-Demonstration an. Der Nachmittag verläuft laut Polizei friedlich.
Etwa 1000 Personen haben nach Schätzungen der Polizei am Sonntagnachmittag von 16 Uhr an auf dem Marktplatz an einer Kundgebung für Israel teilgenommen. Geladen hatte der deutsche Zweig des Vereins Internationale Christliche Botschaft Jerusalem. Bereits eine Stunde vorher, um kurz nach 15 Uhr, begann auf dem Schlossplatz eine Kundgebung zum Thema „Freiheit für Palästina“, organisiert von der Gruppe Palästina. Im Vorfeld hatte es Befürchtungen gegeben, dass sich die Teilnehmer beider Demonstrationen nahe kommen könnten, weshalb die Polizei vor Ort war.
Polizei berichtet von friedlichem Verlauf
Die Gruppen begegneten sich nicht, es blieb alles friedlich. „Es gab keine besonderen polizeilichen Zwischenfälle“, teilte Polizeisprecher Stephan Widmann mit. Bei der Pro-Palästina-Auftaktkundgebung sei ein Plakat entfernt worden. Ob das strafrechtliche Folgen habe, werde nun geprüft.
An diesem Montag jährt sich der Hamas-Überfall auf Israel erstmals. Um Solidarität mit Israel und Anteilnahme für die Opfer des Terrorakts zu zeigen, kamen auf dem Marktplatz zahlreiche Teilnehmer zusammen – mit Israel-, Deutschland- und auch Iranflaggen. Zwischen den Reden sangen die Menschen auch gemeinsam.
„Mein Wunsch ist, dass es nicht mehr so viele Opfer auf allen Seiten gibt“, sagte Armin Wohlgemuth, der eine große Fahne dabei hatte. „Ohne das Judentum gibt es kein Christsein. Mein Christsein ist unmittelbar verbunden mit dem Judentum, weil Gott sich diesem Land erwählt hat“, erklärte Teilnehmer Andreas Kück sein Einstehen für Israel.
Viele palästinensische Flaggen auf dem Schlossplatz
Die Teilnehmer der Demonstration „Freiheit für Palästina“ versammelten sich unterdessen auf dem Schlossplatz. Mit Sprechchören, Schildern und der palästinensischen Flagge begleiteten viele die Kundgebung. Es gab in den Redebeiträgen auch schwere Vorwürfe gegen die Politik, die Polizei und die Medien. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen den Genozid in Gaza“, sagte Teilnehmerin Claudia Haller, die gegen Gewalt sei. Auch in den Parolen und auf den Plakaten der Demonstranten tauchte mehrmals der Begriff Genozid auf. Der Aufzug mit schätzungsweise 350 Teilnehmern zog anschließend durch die Stadt, ehe die Abschlusskundgebung wieder am Ausgangspunkt stattfand.
Am Montag wird es eine weitere Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz geben. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft lädt für 18 Uhr zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Marktplatz ein.