Hunderte Menschen nahmen an der Demo in Stuttgart teil. Foto: Lichtgut

Die Proteste gegen das Iran-Regime reißen auch im Südwesten nicht ab. In Stuttgart sind am Samstag hunderte Menschen zu einer Kundgebung zusammengekommen.

Die Massenproteste im Iran haben am Samstagnachmittag auch wieder Menschen in Stuttgart auf die Straße gebracht. Etliche hätten sich an der Kundgebung am Wilhelmsplatz in Stadtmitte beteiligt – die Stimmung war friedlich, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Polizei.

 

Mit Fahnen, Plakaten, Musik und einer Schweigeminute solidarisierten sich Demonstranten am Wilhelmsplatz mit den Protesten im Iran, wo es in mehreren Großstädten zu Aufmärschen gegen die Regierung gekommen war. Viele der Teilnehmer forderten Freiheit für die iranische Bevölkerung und einen politischen Wandel im Land. Nicht wenige hielten Bilder des Schah-Sohns Reza Pahlavi in die Luft. „Aus unserer Heimat dringen immer nur wenige Informationen nach außen“, klagt eine Teilnehmerin, die mit ihrer ganzen Familie zu der Kundgebung gekommen war. Auch sie setzt auf Pahlavi. Der in den USA lebende 65-Jährige ist der einzige noch lebende Sohn des Monarchen Mohammad Reza Pahlavi.

Tausende Tote im Iran

Seit Wochen gehen im Iran landesweit Menschen auf die Straße und fordern grundlegende politische Veränderungen bis hin zum Ende der Islamischen Republik. Was zunächst als Protest gegen die angespannte wirtschaftliche Lage begann, hat sich inzwischen zu einer breiten Bewegung gegen das autoritäre System und den obersten religiösen Führer Ali Chamenei entwickelt.

Die Sicherheitskräfte gehen im Iran mit massiver Gewalt gegen Demonstrierende vor. Nach Angaben iranischer Menschenrechtsorganisationen sollen mindestens 3400 Menschen getötet worden sein. Belastbare Zahlen zu erheben ist jedoch schwierig, da das Regime den Informationsfluss stark einschränkt.