Die Europäische Union steht derzeit stark im Fokus. Foto: dpa

Die Veranstalter rechnen bei der Kundgebung in Stuttgart am Sonntag, 19. Mai, mit bis zu 15 000 Teilnehmern. Der Verein Mehr Demokratie etwa plädiert für eine grundlegende Neuausrichtung der Europäischen Union.

Stuttgart - Kurz vor der Europawahl am 26. Mai ist die Europäische Union im öffentlichen Bewusstsein so präsent wie nie zuvor. Ein Grund zum Feiern ist das aber nicht. Denn die meisten Schlagzeilen künden von bedenklichen Entwicklungen wie der Einschränkung der Pressefreiheit in Ungarn, der zweifelhaften Justizreform in Polen – oder dem noch immer nicht vollzogenen Austritt der Briten. Diesen Entwicklungen tritt in Stuttgart am Sonntag ein breites Bündnis aus mehr als 60 Organisationen mit einer Großkundgebung entgegen. Unter dem Motto „Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“ will es ein Zeichen setzen für ein Europa der Vielfalt, Offenheit und Toleranz.

Die Stuttgarter Demo ist eine von insgesamt sieben, die in deutschen Großstädten stattfinden. In ganz Europa gibt es 51 ähnliche Veranstaltungen in 49 Städten und 13 Ländern. In Stuttgart hat das Bündnis 15 000 Teilnehmer angemeldet.

Die EU gerät immer stärker in die Kritik

„Wir sind selbstbewusst, was die Zahl angeht, denn Europa ist zuletzt noch mehr in den Fokus gerückt“, sagte Johannes Pudenz von der Regionalen Bündniskoordination am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Stuttgarter Trägerkreises, dem unter anderem der CSD Stuttgart, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Forum der Kulturen und der Verein Die Anstifter angehören. Der Auftakt findet um 13 Uhr vor dem Hauptbahnhof statt, wo Oberbürgermeister Fritz Kuhn ein Grußwort sprechen wird. Nach einer Demo durch die Stadt gibt es dann schließlich, wieder vor dem Hauptbahnhof, eine Abschlusskundgebung.

„Die EU gerät immer stärker in die Kritik, von rechts und links gleichermaßen“, sagte Sarah Händel vom Verein Mehr Demokratie. Sie plädierte für eine grundlegende Neuausrichtung der Union, die bürgernäher werden müsse, und für die Einberufung eines Verfassungskonvents. Martin Kunzmann, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg, verwies auf zahlreiche Errungenschaften Europas und rief dazu auf, populistischen Parteien keine Stimme zu geben. Und Sami Aras vom Forum der Kulturen sagte, man müsse sich mit allen Kräften gegen Populismus und Nationalismus stellen.

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