Eine Kundgebung wie im Januar in Schorndorf soll im März auch in Fellbach ein Zeichen für die Vielfalt setzen. Foto: Gottfried Stoppel

Auf dem Palm-Platz an der Fellbacher Schwabenlandhalle soll am 9. März eine Kundgebung für Demokratie und Menschenrechte stattfinden. Erwartet werden 1000 Teilnehmer.

Mit einer Kundgebung auf dem Guntram-Palm-Platz soll auch in Fellbach ein Zeichen für Demokratie, die Menschenrechte und die Vielfalt gesetzt werden. Geplant ist eine Demonstrationsversammlung am Samstag, 9. März, 14 Uhr. Gerechnet wird einer vierstelligen Teilnehmerzahl.

 

„Es ist unwahrscheinlich wertvoll, dass aus der Bürgerschaft heraus der Wunsch entstanden ist, für unsere gemeinsamen Werte einzustehen“, sagt Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull über die von einem breiten Bündnis lokaler Institutionen und Vereine getragene Initiative. Die Stadt unterstützt die geplante Kundgebung, alle vier im Gemeinderat vertretenen Fraktionen haben ihre Teilnahme an der Demonstration auf dem Guntram-Palm-Platz zugesagt.

Allein in Fellbach gibt es etwa 15 000 Menschen mit Migrationshintergrund

Wie in bundesweit inzwischen zahlreichen Städten und Gemeinden soll sich die Kundgebung gegen Rassismus und rechtsextremes Gedankengut wenden. Auslöser sind die von einem Recherchenetzwerk aufgedeckten Pläne, nach einer politischen Machtübernahme mit der massenhaften Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund ein neues Deutschland zu schaffen. „Allein in Fellbach wären etwa 15 000 Menschen von einem solchen Schritt betroffen“, stellt Winfried Bauer fest – und weist auf die ungeahnten Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben hin.

Der unter dem Kappelberg als Vorsitzender des Weltladen-Vereins bekannte Pädagoge gilt als Impulsgeber für die Kundgebung. Beim Blick auf die Anti-Rassismus-Demos in Berlin und Stuttgart, aber auch in Winnenden, Waiblingen und Schorndorf wuchs bei dem vielseitig engagierten Fellbacher der Wunsch, auch in seiner Heimatstadt ein deutliches Bekenntnis für Demokratie und Menschenrechte zu setzen.

38 lokale Institutionen finden sich auf der Unterstützerliste

Die Resonanz auf seinen an verschiedene Gruppierungen versandten Aufruf, eine gemeinsame Kundgebung zu organisieren, gibt ihm recht. Als Unterstützer mit ihm Boot sind insgesamt 38 lokale Institutionen vom Seniorentreff bis zum Jugendgemeinderat, die drei großen Sportvereine sind auf dem Einladungsflyer ebenso vertreten wie die Kirchen, der örtliche Buchhändler, der Kunstverein oder das Stadtmarketing. Auch Institutionen wie die Arbeiterwohlfahrt, der Abenteuerspielplatz, das Fellbacher Vokal-Ensemble oder das Centro Italiano zählen sich zum Kreis der lokalen Unterstützer.

Agata Ilmurzynska, Fraktionschefin der Fellbacher Grünen, spricht deshalb auch von einem „Befreiungsschlag“ – als habe Fellbach darauf gewartet, dass jemand die Organisation in die Hand nimmt. Wichtig ist den Veranstaltern der Kundgebung, dass sich die Demonstration nicht gegen etwas wendet, sondern für gesellschaftliche Vielfalt einsetzt. Ans Mikrofon treten wollen am 9. März etwa der Pfarrer Markus Eckert, die Jugendgemeinderätin Sara Schmalzried und die Migranten-Vertreterin Gülten Aysel.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull tritt als Privatfrau ans Rednerpult

Neben Vertretern der Lokalpolitik ist auch Rathauschefin Gabriele Zull für einen Drei-Minuten-Beitrag vorgesehen – freilich nicht als Oberbürgermeisterin, sondern wegen der Neutralitätspflicht als ganz normale Fellbacherin. Geworben werden soll laut Winfried Bauer auch für ein lokales „Bündnis für Demokratie“. Durch die Kundgebung sei der Einsatz für Menschenrechte und Vielfalt schließlich nicht für alle Zeiten abgehakt.