Montag geht’s in den Grundschulen wieder los. Foto: picture alliance / dpa/Patrick Seeger

Kultusministerin Eisenmann gibt den 2500 Grundschulen im Land mehr Spielraum: Statt eines wöchentlichen Wechsels von Präsenz- und Fernunterricht ist auch ein täglicher Wechsel möglich.

Stuttgart - Den 2500 Grundschulen in Baden-Württemberg wird bei der Wiedereröffnung am Montag eine größere Freiheit bei der Gestaltung des Wechselunterrichts gegeben. Dies ergibt sich aus einem Schreiben einer Schulbehörde im Regierungsbezirk Stuttgart an Schulleitungen, in dem auf eine Videokonferenz mit Michael Föll, Ministerialdirektor im Kultusministerium, Bezug genommen wird. „Es ist Ihnen möglich einen wöchentlichen Wechsel, einen täglichen Wechsel sowie einen Wechsel an einem Tag vormittags und nachmittags zwischen Präsenz-und Fernunterricht zu planen“, heißt es in dem Brief, der weitere Rahmenbedingungen schildert, etwa die Bildung von Kohorten – also Kleingruppen – oder die Mindestunterrichtszeit in der Präsenz von zehn Stunden pro Woche.

Schulen sollen individuelle Lösungen finden

Am vergangenen Donnerstag hatte das Kultusministerium in Briefen an die Schulen sowie in einer Pressemitteilung die Möglichkeit des täglichen Wechsels noch nicht angesprochen, aber den Wochenwechsel beispielhaft erläutert. Gleichwohl sagte eine Ministeriumssprecherin, die „Interpretation“, wonach ein täglicher Wechsel ausgeschlossen sei, treffe nicht zu. „In unserem Schreiben an die Grundschulen haben wir einen wöchentlichen Wechsel als Beispiel genannt und darauf hingewiesen, dass die Schulen schulorganisatorisch den nötigen Spielraum bekommen, um den Gegebenheiten vor Ort möglichst gut Rechnung zu tragen.“ Das heiße, sie könnten individuelle Lösungen entwickeln.

Rektoren sind überrascht über die Wende

Schulleiter zeigten sich überrascht über die Wende zum größeren Spielraum. „Das war und ist in dem Brief vom Donnerstag so nicht herauslesbar gewesen“, sagte beispielsweise Jörg Fröscher, Rektor an einer Gemeinschaftsschule in Ditzingen. Bei der Bildungsgewerkschaft GEW hieß es: „Wir begrüßen den Spielraum, aber er ist erst jetzt vom Ministerium kommuniziert worden“. Bei der jüngsten Konferenz mit dem Ministerium am 29. Januar sei von den Modellen noch nicht die Rede gewesen.

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