Sonst spielt im Lab die Musik – jetzt muss auch die Gitarre draußen bleiben. Foto:  

Bis jetzt kommt das Kulturzentrum halbwegs glimpflich durch die Krise – im Herbst könnte es schwierig werden.

S-Ost - Das für Ende August geplant Lab-Festival ist wegen der Coronakrise abgesagt worden. Die 38. Auflage des beliebten Festivals hätte vom 28. bis 30. August auf dem Berger Festplatz und den angrenzenden Wiesen gefeiert werden sollen. Allerdings untersagt die Corona-Landesverordnung vom 4. Mai alle größeren Konzerte, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen- und Weinfeste bis zum 31. August. Deswegen blieb den Verantwortlichen des Kulturzentrums nichts anderes übrig, als die Veranstaltung, zu der an den drei Festivaltagen immer mehrere Tausend Besucher kommen, abzusagen. Doppelt unglücklich ist das Lab-Team darüber, dass das Festival jetzt schon im zweiten Jahr in Folge ausfallen muss – was in den 36 Jahren vorher nie passiert war.

Erst die Seen im Schlossgarten, dann Corona

Im vergangenen Jahr war die Bauplanung des Landes sozusagen schuld an der Festival-Absage. Für die Sanierung und Umgestaltung der Seen bei den Berger Sprudlern im Unteren Schlossgarten waren die direkt an den Berger Festplatz angrenzenden Flächen als Baufläche unter anderem für die Lagerung des ausgebaggerten Erdreichs benötigt worden. Da die Arbeiten sich viel länger als geplant hinzogen, mussten zahlreiche Veranstaltungen auf dem Festplatz ausfallen, auch das Lab-Festival. Das Lab-Team hatte die Zeit dafür nutzen wollen, dem Festival „mit viel Elan, neuen Ideen und einem überarbeiteten Konzept eine Frischzellenkur verpassen“ wollen. Die „Premiere“ des neuen Lab-Festes hätte dieses Jahr gefeiert werden sollen. Aber dann kam das Coronavirus.

Wegen der Coronakrise dürfen seit etlichen Wochen in dem Kulturzentrum an der Ecke Wagenburgstraße/Ostendstraße keine Konzerte und andere Veranstaltungen mehr stattfinden. Langweilig ist dem Team trotzdem nicht. „Die Absage und Verlegung der Konzerte, die Ticketrückzahlungen, die Kommunikation mit Bands, Agenturen und Lab-Besucher*innen hat viel Raum eingenommen“, schreibt Anette Battenberg, die sich mit Suse Stroner die eindreiviertel festen Stellen im Lab teilt. Die beiden müssen auch jetzt schon das Programm für nächstes Jahr planen und fest vereinbaren, unter anderem ist für Mai 2021 die zweite Auflage des Stuttgarter Ukulelefestivals geplant. Und: „Wir arbeiten gerade an einem Relaunch unseres Logos und unseres Programmflyers.“

Ein Neustart im Herbst wäre wichtig

Finanziell trifft die Krise das Laboratorium zwar wie alle anderen Veranstalter, aber „bisher sind wir noch ganz zuversichtlich“, so Anette Battenberg. Das für die Zeit bis zur Sommerpause geplante Programm konnte ohne finanzielle Verluste storniert werden, weil die meisten Konzerte ohnehin von den Bands selbst, die ihre Touren stoppten oder gar nicht erst starteten, abgesagt worden waren. Außerdem wurden die laufenden Kosten so weit wie möglich reduziert. Battenberg: „So lange die Förderung durch Stadt und Land auf dem jetzigen Stand weiterläuft, kommen wir durch die Krise. Aber es ist natürlich fraglich, wie lange die Schließung noch dauert.“ Ein Neustart im September wäre für das Lab wichtig. Aber: „Sollte der Betrieb nur unter Einschränkungen möglich sein, es also eine deutlich abgesenkte Obergrenze für Zuschauerzahlen geben, dann werden wir unser Programm nicht finanzieren können.“

Am Laboratorium wird trotzdem schon deutlich früher wieder Leben einziehen. Das unmittelbar benachbarte Schlampazius wird nach den gestrigen Beschlüssen von Bund und Ländern schon in absehbarer Zeit wieder öffnen dürfen, wenn auch zunächst nur der Biergarten und auch der mit reduzierter Besucherzahl. Die Wirtin Mora Fütterer freute sich gestern schon sehr darauf. Und vielleicht sind dort dann ja auch wenigsten kleine Kultur-Impulse in Zusammenarbeit mit dem Lab-Team möglich. Das nächste Lab-Festival auf dem Berger Festplatz ist für 27. bis 29. August 2021 geplant.

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